Der Tübinger Philosoph Hans Joachim Krämer legt mit der Integrativen Ethik das Konzept einer modernen Ethik vor, in der der Begriff der Lebensführung eine Zentralstellung einnimmt. Krämer präferiert diesen Begriff, weil er ohne die Zielformulierungen und ästhetischen Voraussetzungen, die der Lebenskunstbegriff bisweilen mit sich führt, das alltägliche Leben von Menschen in den Blick nehmen hilft. Lebensführung versteht Krämer als Begriff, der das Wollen (die Enthemmung) und das Sollen (die Hemmung) sowie das tatsächliche Können des Menschen umfasst. Lebensführung zielt auf die Ausgestaltung der Handlungsfreiheit, auf die Realisierung der gegebenen Welt- und Selbstmöglichkeiten und ist, so Krämer, der Selbststilisierung vorgeordnet.

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Hans Krämer: Integrative Ethik (1992)

  • Thomas Laubach

摘要

Der Tübinger Philosoph Hans Joachim Krämer legt mit der Integrativen Ethik das Konzept einer modernen Ethik vor, in der der Begriff der Lebensführung eine Zentralstellung einnimmt. Krämer präferiert diesen Begriff, weil er ohne die Zielformulierungen und ästhetischen Voraussetzungen, die der Lebenskunstbegriff bisweilen mit sich führt, das alltägliche Leben von Menschen in den Blick nehmen hilft. Lebensführung versteht Krämer als Begriff, der das Wollen (die Enthemmung) und das Sollen (die Hemmung) sowie das tatsächliche Können des Menschen umfasst. Lebensführung zielt auf die Ausgestaltung der Handlungsfreiheit, auf die Realisierung der gegebenen Welt- und Selbstmöglichkeiten und ist, so Krämer, der Selbststilisierung vorgeordnet.