Der Begriff ‚Medienphilosophie‘ ist jung. Eine frühe, vielleicht sogar die erste Verwendung des Begriffs findet sich 1992 in dem Titel von Rudolf Fietz’ Buch Medienphilosophie: Musik, Sprache und Schrift bei Friedrich Nietzsche. Zu einem viel diskutierten Begriff wird der Ausdruck dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts. Wie abgesprochen stellen zahlreiche Publikationen – aber auch Kongresse und Zeitschriften – diesen Begriff schlagartig in den Mittelpunkt einer umfangreichen Diskussion: Frank Hartmann in Medienphilosophie von 2000, Mike Sandbothe in Pragmatische Medienphilosophie 2001, Stefan Münker, Alexander Roesler und Mike Sandbothe in Medienphilosophie 2003, Werner Konitzer in Medienphilosophie 2006 und Reinhard Margreiter in Medienphilosophie 2007. Verglichen mit dieser etwa zehn Jahre währenden Phase einer intensiven intellektuellen Beachtung nimmt das Interesse dann wiederum ab den 10er Jahren deutlich ab. Die von Anfang an geäußerte Vermutung, es handle sich bei der Medienphilosophie um ein temporäres, modisches Trendthema, stellt sich daher angesichts der jüngeren Entwicklung als nicht unbegründet dar. Doch unabhängig von Fragen der Aktualität und Beachtung, das eigentliche Problem der Medienphilosophie dürfte sein, dass es trotz intensiver Diskussionen nicht möglich war und auch nicht möglich zu sein scheint, eine zumindest in Grundsätzen konsensfähige Antwort auf die Frage „Was ist Medienphilosophie?“ zu finden.

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Die polarisierende Wirkung der Medienphilosophie. Eine Bestandsaufnahme

  • Lambert Wiesing

摘要

Der Begriff ‚Medienphilosophie‘ ist jung. Eine frühe, vielleicht sogar die erste Verwendung des Begriffs findet sich 1992 in dem Titel von Rudolf Fietz’ Buch Medienphilosophie: Musik, Sprache und Schrift bei Friedrich Nietzsche. Zu einem viel diskutierten Begriff wird der Ausdruck dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts. Wie abgesprochen stellen zahlreiche Publikationen – aber auch Kongresse und Zeitschriften – diesen Begriff schlagartig in den Mittelpunkt einer umfangreichen Diskussion: Frank Hartmann in Medienphilosophie von 2000, Mike Sandbothe in Pragmatische Medienphilosophie 2001, Stefan Münker, Alexander Roesler und Mike Sandbothe in Medienphilosophie 2003, Werner Konitzer in Medienphilosophie 2006 und Reinhard Margreiter in Medienphilosophie 2007. Verglichen mit dieser etwa zehn Jahre währenden Phase einer intensiven intellektuellen Beachtung nimmt das Interesse dann wiederum ab den 10er Jahren deutlich ab. Die von Anfang an geäußerte Vermutung, es handle sich bei der Medienphilosophie um ein temporäres, modisches Trendthema, stellt sich daher angesichts der jüngeren Entwicklung als nicht unbegründet dar. Doch unabhängig von Fragen der Aktualität und Beachtung, das eigentliche Problem der Medienphilosophie dürfte sein, dass es trotz intensiver Diskussionen nicht möglich war und auch nicht möglich zu sein scheint, eine zumindest in Grundsätzen konsensfähige Antwort auf die Frage „Was ist Medienphilosophie?“ zu finden.