Mit den Medien denken ist etwas anderes als über Medien nachdenken. Wer über Medien nachdenkt , muss eine gewisse Distanz zu ihnen wahren. Aber geht das überhaupt? Der Mensch steht nicht jenseits der Medien, die er erfindet und nutzt. Poststrukturalistische Denker wie Derrida und Deleuze zweifeln an der Möglichkeit eines nichtmedialen Zugangs zu Medien und versuchen zu zeigen, dass man sie nicht von außen erfassen und begrifflich fixieren kann. An die Stelle einer begrifflichen Erfassung rücken sie die Notwendigkeit einer Einlassung auf die Strukturen und Spuren sowie einer produktiven Nutzung ihrer Möglichkeiten. Was sich über Medien sagen lässt, lässt sie nur indirekt sagen. Wir laufen hinter ihnen und ihren Effekten her, sind nur Teil eines Spiels, das sie mit uns spielen. Medien sind nicht nur apparative Zurüstungen des Menschen. Sie zeichnen sich nicht nur durch Vermittlung, Zentrierung und Trägerschaft von Informationen aus., vielmehr kommt ihnen eine Ordnungs- und Sinnstiftungsfunktion zu, die uns die Welt und ihre Verhältnisse erst denken lässt. Diese Funktion ist ein zentrales Thema poststrukturalistischer Autoren.

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Differenz, Zeit, Raum. Mit den Medien denken: Jacques Derrida und Gilles Deleuze

  • Klaus Wiegerling

摘要

Mit den Medien denken ist etwas anderes als über Medien nachdenken. Wer über Medien nachdenkt , muss eine gewisse Distanz zu ihnen wahren. Aber geht das überhaupt? Der Mensch steht nicht jenseits der Medien, die er erfindet und nutzt. Poststrukturalistische Denker wie Derrida und Deleuze zweifeln an der Möglichkeit eines nichtmedialen Zugangs zu Medien und versuchen zu zeigen, dass man sie nicht von außen erfassen und begrifflich fixieren kann. An die Stelle einer begrifflichen Erfassung rücken sie die Notwendigkeit einer Einlassung auf die Strukturen und Spuren sowie einer produktiven Nutzung ihrer Möglichkeiten. Was sich über Medien sagen lässt, lässt sie nur indirekt sagen. Wir laufen hinter ihnen und ihren Effekten her, sind nur Teil eines Spiels, das sie mit uns spielen. Medien sind nicht nur apparative Zurüstungen des Menschen. Sie zeichnen sich nicht nur durch Vermittlung, Zentrierung und Trägerschaft von Informationen aus., vielmehr kommt ihnen eine Ordnungs- und Sinnstiftungsfunktion zu, die uns die Welt und ihre Verhältnisse erst denken lässt. Diese Funktion ist ein zentrales Thema poststrukturalistischer Autoren.