Im Gegensatz zu einer mechanischen Verbindung dient ein Interface als physikalische und logische Schnittstelle zum Informationsaustausch zwischen zwei Systemen, die im technischen Sinn nicht direkt kommunizieren können. Es gibt Softwareschnittstellen, Hardwareschnittstellen, Benutzerschnittstellen, organisatorische Schnittstellen usw. Medienwissenschaftlich steht der Begriff für Mensch-Computer-Interaktion. Der Paradigmenwechsel hin zum Interface begann 1897 mit der Braun’schen Röhre, die Elektronenstrahlung für eine völlig neuartige ästhetische Form des Erscheinens nutzt. Ohne semiotische Flächen aus algorithmischen Zeichen, die weder Bilder noch Objekte sind, könnte das postmoderne Kommunikationssystem nicht funktionieren. Es gilt zu klären, worum es sich bei den künstlichen Oberflächen (Bitmaps) handelt, die uns die Welt nicht länger begrifflich erfassen lassen, sondern mittels jener Flächencodes, die auf den Displays sichtbar werden. Die Geschichte der Verknüpfung von Bild und Bit, von Visualisierung und Information verändert das Verhältnis von Körpersinn und Medienoperationen (1). Neben der grundlegenden Form des Verhältnisses von Mensch und Technik geht es um die Entwicklung eines produktiven Umgangs mit dem digitalen Schein (2). Mit der Digitaltechnik wird eine Industriekultur verabschiedet, die dem menschlichen Körper angepasst war oder ihn verstärkt und erweitert hat. Die Medienmoderne delegiert Wahrnehmungen an die Apparate, Logik wird in Technik implementiert. Dies manifestiert sich posttypographisch in den visuellen Displays (3).

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Interface. Manifestation der Medienmoderne

  • Frank Hartmann

摘要

Im Gegensatz zu einer mechanischen Verbindung dient ein Interface als physikalische und logische Schnittstelle zum Informationsaustausch zwischen zwei Systemen, die im technischen Sinn nicht direkt kommunizieren können. Es gibt Softwareschnittstellen, Hardwareschnittstellen, Benutzerschnittstellen, organisatorische Schnittstellen usw. Medienwissenschaftlich steht der Begriff für Mensch-Computer-Interaktion. Der Paradigmenwechsel hin zum Interface begann 1897 mit der Braun’schen Röhre, die Elektronenstrahlung für eine völlig neuartige ästhetische Form des Erscheinens nutzt. Ohne semiotische Flächen aus algorithmischen Zeichen, die weder Bilder noch Objekte sind, könnte das postmoderne Kommunikationssystem nicht funktionieren. Es gilt zu klären, worum es sich bei den künstlichen Oberflächen (Bitmaps) handelt, die uns die Welt nicht länger begrifflich erfassen lassen, sondern mittels jener Flächencodes, die auf den Displays sichtbar werden. Die Geschichte der Verknüpfung von Bild und Bit, von Visualisierung und Information verändert das Verhältnis von Körpersinn und Medienoperationen (1). Neben der grundlegenden Form des Verhältnisses von Mensch und Technik geht es um die Entwicklung eines produktiven Umgangs mit dem digitalen Schein (2). Mit der Digitaltechnik wird eine Industriekultur verabschiedet, die dem menschlichen Körper angepasst war oder ihn verstärkt und erweitert hat. Die Medienmoderne delegiert Wahrnehmungen an die Apparate, Logik wird in Technik implementiert. Dies manifestiert sich posttypographisch in den visuellen Displays (3).