Otto Neurath ist in seinem Leben vieles gewesen: Theoretiker des Sozialismus (der Vollsozialisierung und der Rätedemokratie), Wirtschaftspolitiker (als Präsident des Zentralwirtschaftsamtes der Münchener Räterepublik), politischer Organisator (der Wiener Siedlerbewegung), Museumspädagoge (als Leiter des Gesellschafts‐ und Wirtschaftsmuseums), Vorreiter der Bildstatistik (der die Wiener Methode der Bildstatistik entwickelte) und, natürlich, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker (im Zusammenhang des logischen Positivismus des Wiener Kreises). Ob und inwiefern Neurath allerdings im Rahmen dieser vielschichtigen und scheinbar disparaten Werkentwicklung auch als originärer Medienphilosoph besteht, liegt durchaus nicht auf der Hand. (Bahnbrechend im Sinne einer medienphilosophischen Lesart Neuraths ist immer noch Hartmann 2000: 147–167.) Durch die verschiedenen Werkphasen und die damit verbundenen Themenkomplexe zieht sich jedoch eine Reihe medienphilosophisch relevanter Überlegungen – Schattierungen seiner politisch‐intellektuellen Bemühungen um populäre Bildung und demokratische Transparenz.

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Abbildlichkeit und Transparenz der Zeichen. Otto Neuraths sozialdemokratische Bildpolitik

  • Johan F. Hartle

摘要

Otto Neurath ist in seinem Leben vieles gewesen: Theoretiker des Sozialismus (der Vollsozialisierung und der Rätedemokratie), Wirtschaftspolitiker (als Präsident des Zentralwirtschaftsamtes der Münchener Räterepublik), politischer Organisator (der Wiener Siedlerbewegung), Museumspädagoge (als Leiter des Gesellschafts‐ und Wirtschaftsmuseums), Vorreiter der Bildstatistik (der die Wiener Methode der Bildstatistik entwickelte) und, natürlich, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker (im Zusammenhang des logischen Positivismus des Wiener Kreises). Ob und inwiefern Neurath allerdings im Rahmen dieser vielschichtigen und scheinbar disparaten Werkentwicklung auch als originärer Medienphilosoph besteht, liegt durchaus nicht auf der Hand. (Bahnbrechend im Sinne einer medienphilosophischen Lesart Neuraths ist immer noch Hartmann 2000: 147–167.) Durch die verschiedenen Werkphasen und die damit verbundenen Themenkomplexe zieht sich jedoch eine Reihe medienphilosophisch relevanter Überlegungen – Schattierungen seiner politisch‐intellektuellen Bemühungen um populäre Bildung und demokratische Transparenz.