Das Kapitel untersucht die Bedeutung der Metaphern von Licht, Schatten und Tageszeiten in Nietzsches Werk. Ausgehend von der Schlussformel ›Philosophie des Vormittags‹ in Menschliches und dem Dialog in Der Wanderer und sein Schatten wird die Figur des Schattens als Bedingung der Erkenntnis gedeutet: Licht und Schatten sind gleichermaßen notwendig, um Klarheit und Deutlichkeit zu gewinnen. Nietzsche knüpft an Platons Phaidros und das Bild des schlafenden Pan zur Mittagsstunde an, dessen Stille Erkenntnis wie Fälschung zugleich ermöglicht. In der Deutung des Topos vom ›Tod des Pan‹ entfaltet das Kapitel symbolische, religiöse, naturnahe und astronomische Lesarten, die bis zu Nietzsches Lehre der Ewigen Wiederkehr reichen. Abschließend wird Zarathustras Mittags-Szene betrachtet, in der die Spannung zwischen Philosophie und Dichtung, Wahrheit und Fiktion, wachsamem Erkennen und poetischer Entrückung sichtbar wird. Die ›Philosophie des Vormittags‹, die sich in Krisis und Aufbruch bewähren muss, erscheint so als Vorbereitung auf den ›wahren Mittag‹ eines philosophischen Bei-Sich-Seins.

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Am Mittag. Zur Bedeutung von Licht und Schatten für Philosophie und Dichtung

  • Katharina Zech

摘要

Das Kapitel untersucht die Bedeutung der Metaphern von Licht, Schatten und Tageszeiten in Nietzsches Werk. Ausgehend von der Schlussformel ›Philosophie des Vormittags‹ in Menschliches und dem Dialog in Der Wanderer und sein Schatten wird die Figur des Schattens als Bedingung der Erkenntnis gedeutet: Licht und Schatten sind gleichermaßen notwendig, um Klarheit und Deutlichkeit zu gewinnen. Nietzsche knüpft an Platons Phaidros und das Bild des schlafenden Pan zur Mittagsstunde an, dessen Stille Erkenntnis wie Fälschung zugleich ermöglicht. In der Deutung des Topos vom ›Tod des Pan‹ entfaltet das Kapitel symbolische, religiöse, naturnahe und astronomische Lesarten, die bis zu Nietzsches Lehre der Ewigen Wiederkehr reichen. Abschließend wird Zarathustras Mittags-Szene betrachtet, in der die Spannung zwischen Philosophie und Dichtung, Wahrheit und Fiktion, wachsamem Erkennen und poetischer Entrückung sichtbar wird. Die ›Philosophie des Vormittags‹, die sich in Krisis und Aufbruch bewähren muss, erscheint so als Vorbereitung auf den ›wahren Mittag‹ eines philosophischen Bei-Sich-Seins.