Glutamat (L-Glutamat, L-Glutaminsäure) ist eine Aminosäure und ein Baustein von Peptiden und Proteinen. Glutamat ist aber auch der am häufigsten vorkommende erregende Neurotransmitter im Nervensystem der Wirbeltiere und wirkt dort über verschiedene Rezeptortypen, die in der Nervenzellmembran lokalisiert sind. Insbesondere der sogenannte N-Methyl-D-Aspartat- (NMDA-)Rezeptor für Glutamat ist an einer Vielzahl höherer Gehirnfunktionen beteiligt, so auch an Lernen und Gedächtnis. Wie vor mehr als 50 Jahren beschrieben, können nicht-physiologisch hohe extrazelluläre Konzentrationen von Glutamat durch eine Überaktivierung der NMDA-Rezeptoren aber auch den Tod von Nervenzellen auslösen. Diese Glutamat-Neurotoxizität, als Exzitotoxizität bezeichnet, wurde sowohl mit akuten (z. B. Schlaganfall) als auch chronischen (z. B. Alzheimer) degenerativen Prozessen ursächlich verbunden. Aufbauend auf diese Erkenntnisse wurde die Glutamaterge-Hypothese der Alzheimer-Krankheit formuliert und das NMDA-Rezeptor-System rückte in den Forschungsfokus auf der Suche nach einer Alzheimer-Therapie. Das Medikament Memantin, pharmakologisch ein spezieller Typ von NMDA-Rezeptorblocker (‚Antagonist‘), wurde 2002 von der EMA und 2003 in den USA von der FDA als Alzheimer-Medikament zugelassen. Ähnlich wie die AChE-Inhibitoren zeigte aber auch Memantin nur eine sehr begrenzte klinische Wirkung, und dies auch nicht bei allen Behandelten.

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Die Glutamaterge Hypothese der Alzheimer-Krankheit

  • Christian Behl

摘要

Glutamat (L-Glutamat, L-Glutaminsäure) ist eine Aminosäure und ein Baustein von Peptiden und Proteinen. Glutamat ist aber auch der am häufigsten vorkommende erregende Neurotransmitter im Nervensystem der Wirbeltiere und wirkt dort über verschiedene Rezeptortypen, die in der Nervenzellmembran lokalisiert sind. Insbesondere der sogenannte N-Methyl-D-Aspartat- (NMDA-)Rezeptor für Glutamat ist an einer Vielzahl höherer Gehirnfunktionen beteiligt, so auch an Lernen und Gedächtnis. Wie vor mehr als 50 Jahren beschrieben, können nicht-physiologisch hohe extrazelluläre Konzentrationen von Glutamat durch eine Überaktivierung der NMDA-Rezeptoren aber auch den Tod von Nervenzellen auslösen. Diese Glutamat-Neurotoxizität, als Exzitotoxizität bezeichnet, wurde sowohl mit akuten (z. B. Schlaganfall) als auch chronischen (z. B. Alzheimer) degenerativen Prozessen ursächlich verbunden. Aufbauend auf diese Erkenntnisse wurde die Glutamaterge-Hypothese der Alzheimer-Krankheit formuliert und das NMDA-Rezeptor-System rückte in den Forschungsfokus auf der Suche nach einer Alzheimer-Therapie. Das Medikament Memantin, pharmakologisch ein spezieller Typ von NMDA-Rezeptorblocker (‚Antagonist‘), wurde 2002 von der EMA und 2003 in den USA von der FDA als Alzheimer-Medikament zugelassen. Ähnlich wie die AChE-Inhibitoren zeigte aber auch Memantin nur eine sehr begrenzte klinische Wirkung, und dies auch nicht bei allen Behandelten.