Digitale Endgeräte verändern das Lesen auf materieller und kognitiver Ebene. Während analoge und digitale Praktiken weiterhin koexistieren und aufeinander einwirken, ergeben sich für Lesende zusätzliche Anforderungen. Der Beitrag bindet digitales Lesen historisch an und fragt anschließend, welche spielähnlichen Strukturen digitale Lesepraktiken prägen und welche Lesestrategien sich daraus ableiten lassen. Die qualitative Fallbeispielanalyse vergleicht digitale literarische Texte und interaktive Apps (Die drei ??? Kids, Episode, Choices, Sorcery!, Inanimate Alice) und zeigt, wie Raumkartierung, Choice-Management, Ressourcen-Tracking und iteratives Replay das lineare Buch in eine performative Navigation durch Entscheidungsräume verwandeln. Diese Gamifizierung verschiebt literacy von Dekodierung zu strategischem Handeln im Text und erfordert reflexive Selbststeuerung, um kognitive Überforderung zu vermeiden. Abschließend werden didaktische Kernfelder skizziert, mit denen spielbasierte Formate gezielt für den Aufbau transmedialer Lesekompetenz eingesetzt werden können.

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Digitale Lesestrategien zwischen Spiel und Lektüre

  • Franziska Wilke

摘要

Digitale Endgeräte verändern das Lesen auf materieller und kognitiver Ebene. Während analoge und digitale Praktiken weiterhin koexistieren und aufeinander einwirken, ergeben sich für Lesende zusätzliche Anforderungen. Der Beitrag bindet digitales Lesen historisch an und fragt anschließend, welche spielähnlichen Strukturen digitale Lesepraktiken prägen und welche Lesestrategien sich daraus ableiten lassen. Die qualitative Fallbeispielanalyse vergleicht digitale literarische Texte und interaktive Apps (Die drei ??? Kids, Episode, Choices, Sorcery!, Inanimate Alice) und zeigt, wie Raumkartierung, Choice-Management, Ressourcen-Tracking und iteratives Replay das lineare Buch in eine performative Navigation durch Entscheidungsräume verwandeln. Diese Gamifizierung verschiebt literacy von Dekodierung zu strategischem Handeln im Text und erfordert reflexive Selbststeuerung, um kognitive Überforderung zu vermeiden. Abschließend werden didaktische Kernfelder skizziert, mit denen spielbasierte Formate gezielt für den Aufbau transmedialer Lesekompetenz eingesetzt werden können.