Meinungsstarke Lai*innen? (Selbst-)Inszenierung von Leser*innen im Podcast
摘要
Podcaster*innen, die erfolgreiche Literatur-Podcasts unterhalten, verfügen i. d. R. über ein Studium oder eine Ausbildung mit Bezug zur Literaturwissenschaft oder zum Literaturbetrieb. Diese Qualifikationen werden jedoch häufig nicht offensiv nach außen kommuniziert. Stattdessen wird die Leidenschaft für das Lesen als Motivation für das Podcasting angeführt und der hochgradig individuelle Zugriff auf Literatur steht im Fokus der Literatur-Podcasts. Trotz seiner Tendenz, v. a. Werke zu besprechen, die dem Geschmack der Podcaster*innen entsprechen, lässt sich Literatur-Podcasting – mitunter im Kontrast zum Selbstverständnis der Podcaster*innen – als (neue) Form der Literaturkritik verstehen. Dieser Beitrag geht den Fragen nach, wie sich Podcaster*innen selbst als Leser*innen inszenieren und ob der Literatur-Podcast als Nachfolgemedium bzw. als Evolution der Literaturkritik von Feuilleton und Rundfunkt zu interpretieren ist. Dazu werden fünf Literaturpodcasts – blauschwarzberlin, Die Buch, eat.READ.sleep. Was liest du gerade? und Zwei Seiten – analysiert und die Traditionslinien ebenso wie die Unterschiede zur Literaturkritik der Vorgängermedien herausgearbeitet.