Kafkaesk einst und jetzt. Franz Kafkas Schloß-Roman und Raphaela Edelbauers Das flüssige Land
摘要
Seit Kafkas Tod sind hundert Jahre vergangen, aber seine Wirkung auf die österreichische Literatur scheint nicht nachzulassen. In einem Interview gab Raphaela Edelbauer 2020 Elfriede Jelinek und Franz Kafka als ihre literarischen Vorbilder an. Edelbauers Roman Das flüssige Land (2019) setzt nicht nur kafkaeske Elemente ein, sondern beinhaltet zusätzlich viele strukturelle und intertextuelle Verweise auf Kafkas letzten Roman, Das Schloss (1924). Der folgende Beitrag untersucht mehrere Berührungspunkte zwischen Das flüssige Land und Das Schloss. Es wird auf die Rolle des Paradoxons, der Narration, der Ankünfte, der räumlichen und zeitlichen Aspekte sowie auf die Endungen genauer eingegangen. Ein besonderes Interesse gilt dabei der zentralen Metapher des Romans und ihren Interpretationsmöglichkeiten im Kontext des Umgangs mit der österreichischen Vergangenheit.