In der Maske. Kafka-Spuren in Paul Celans Dichtung
摘要
Franz Kafkas Leben und Werk waren für Celan eine lebenslange Begleitung und kreative Matrix für das eigene Denken und Schreiben. Für Celan ist Kafka ein beständiger Dialog- und Leidenspartner, ein Verbündeter im Kampf gegen Sprachlosigkeit und eine falsche, brutale oder gleichgültige Welt und gehört somit zu den Dagegenlebenden und Dagegenschreibenden, gegen Gewalt und manipulatorische Täuschungen, indem er dem Absurden unter anderem sprachgestisch eine subversive Funktion verleiht. In diesem Sinne analysiert die vorliegende Arbeit anhand von drei Gedichten Celans ̶ Frankfurt, September im Band Fadensonnen, Huhediblu im Band Die Niemandsrose und Allmählich clowngesichtig im Band Lichtzwang – einige diesbezügliche Spurenvariationen Kafkas in Celans Dichtung: als Zitat und Sprachmaske, als kreative Matrix im Variantenpalimpsest und als Figuration einer komplexen Geste der Verwandlung.