Wieviel dargestellte Verwirklichung steht dargestellten Fiktionen zu?
摘要
Gegenstand dieses Kapitels sind fiktionale Darstellungen von künstlerischen Werken, deren Figuren bzw. andere Elemente in die reale Welt hineinzugehen imstande sind (fiktionsabgewandte Nivellierung) oder von Entitäten der realen Welt, die zu Teilen diverser Kunstobjekte werden können (fiktionszugewandte Nivellierung) oder eine Kombination beider Situationen. Für deren fiktionstheoretische Erfassung wird – nach der Diskussion seiner bisherigen Anwendung – der Begriff der Metalepse adaptiert. Die einzelnen Erscheinungsformen des metaleptischen Stufenwechsels werden nach den Kriterien Motivation (magisch gesteuerte bzw. natürlich geschehende Vorgänge) und Medienzugehörigkeit der dargestellten Phänomene untersucht, wobei sich beinahe alle Medien als metalepsefähig darstellbar erweisen. Die transmediale Ausweitung des Forschungsfeldes macht es möglich, auf die unterschiedlichen medienspezifischen Fiktionsbegriffe systematisierend einzugehen. In der Folge rücken Fragen der künstlerischen Konventionen und der dahinter stehenden Wirklichkeitskonzepte in den Vordergrund. In Bezug auf die ontologischen Kontexte der dargestellten Metalepsen wird deren interne Plausibilisierung untersucht: Obwohl die Übergänge zwischen Kunst- und Wirklichkeitswelten in Werken der Fiktion nur von der Phantasie ihrer Schöpfer abhängig und daher uneingeschränkt möglich sind, kommt es häufig vor, dass ihnen Schranken gesetzt bzw. Rechtfertigungen beigefügt werden. Dies berechtigt zur Frage inwieweit die Durchführbarkeit der Metalepse auf Faktoren wie Adressat, Genre und Epochengeist zurückzuführen ist.