Der Vorwurf des institutionellen Rassismus – gar eines strukturell verankerten Problems innerhalb der deutschen Vollzugsbehörden – ist der Polizei nicht neu. Auch wenn der Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis den Grundstein für die heute verstärkt und global stattfindende Debatte über Polizeigewalt und Rassismus befeuerte, so mangelte es auch davor wie danach nicht an ausreichend „Zündstoff“ für polizeikritische Auseinandersetzungen mit diesem so wichtigen Themenkomplex. So wären nicht nur der Tod Oury Jallohs im Jahre 2005 in einer Dessauer Gewahrsamszelle, defizitär anmutende Ermittlungspraktiken im Zusammenhang mit den rechtsterroristischen Gewaltakten des „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ oder auch vermeintlich massiv und öffentlich vollzogenes „ Racial Profiling“ in der Kölner Silvesternacht von 2016 als Beispiele medial aufgegriffener und in der Bevölkerung thematisierter, rassistisch wahrgenommener Handlungspraktiken der Polizei aufzuführen (Bosch, 2020); vielmehr hielt ein weiteres, neuartiges Phänomen Einzug in den bis heute anhaltenden Diskurs um rassistische Verhaltensmuster in und bei der Polizei; nämlich das Bekanntwerden zahlreicher rechtsextremistischer Chatgruppen. So waren es zu Beginn insbesondere Polizeibeamt:innen der Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, die sich für unzählige Schlagzeilen in der Presselandschaft verantwortlich zeigten, was die Frage zu etwaigen Verbindungen zwischen Polizist:innen und rechtsextremen Milieus aufwarf (De Maillard & Gauthier, 2022).

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Rassismus in der Polizei – Ein strukturelles Problem?

  • Yannik Burkhardt,
  • Andreas Kling

摘要

Der Vorwurf des institutionellen Rassismus – gar eines strukturell verankerten Problems innerhalb der deutschen Vollzugsbehörden – ist der Polizei nicht neu. Auch wenn der Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis den Grundstein für die heute verstärkt und global stattfindende Debatte über Polizeigewalt und Rassismus befeuerte, so mangelte es auch davor wie danach nicht an ausreichend „Zündstoff“ für polizeikritische Auseinandersetzungen mit diesem so wichtigen Themenkomplex. So wären nicht nur der Tod Oury Jallohs im Jahre 2005 in einer Dessauer Gewahrsamszelle, defizitär anmutende Ermittlungspraktiken im Zusammenhang mit den rechtsterroristischen Gewaltakten des „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ oder auch vermeintlich massiv und öffentlich vollzogenes „ Racial Profiling“ in der Kölner Silvesternacht von 2016 als Beispiele medial aufgegriffener und in der Bevölkerung thematisierter, rassistisch wahrgenommener Handlungspraktiken der Polizei aufzuführen (Bosch, 2020); vielmehr hielt ein weiteres, neuartiges Phänomen Einzug in den bis heute anhaltenden Diskurs um rassistische Verhaltensmuster in und bei der Polizei; nämlich das Bekanntwerden zahlreicher rechtsextremistischer Chatgruppen. So waren es zu Beginn insbesondere Polizeibeamt:innen der Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, die sich für unzählige Schlagzeilen in der Presselandschaft verantwortlich zeigten, was die Frage zu etwaigen Verbindungen zwischen Polizist:innen und rechtsextremen Milieus aufwarf (De Maillard & Gauthier, 2022).