Viele Digitalisierungsinitiativen im öffentlichen Sektor unterscheiden sich grundlegend von klassischen Projekten, vor allem durch das Fehlen eines klaren Endtermins. Zwar werden während der Projektlaufzeit IT-Anwendungen entwickelt, doch dies ist oft nur der Einstieg in einen langfristigen Transformationsprozess in den Verfahren. Ein Beispiel dafür ist die vom Autor initiierte Einreichplattform für AVG-Verfahren (EPA), die als ganzheitliches, langfristig angelegtes Vorhaben zur end-to-end-Transformation von Genehmigungsverfahren konzipiert wurde. Die Prozessveränderung ist fortlaufend im Gange und erfordert technologische und organisatorische Anpassungen, z. B. bei der elektronischen Identifizierung der Prozessbeteiligten, beim Datenmanagement, bei der direkten Integration von Registern oder bei der digitalen Zustellung. Da Verwaltungsvorhaben formell als Projekte geführt werden müssen, erfolgt die Umsetzung in Etappen. Mit der Zeit setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass kontinuierliche, strukturierte Weiterentwicklung erfolgreicher ist als klassisch befristete Projekte, bei denen der Endtermin im Fokus steht – oft zulasten der tatsächlichen transformatorischen Wirkung. Das Festhalten an starren Projektlogiken hat in der Vergangenheit zu einem spürbaren Innovations- und Investitionsstau geführt, der als eines der zentralen Probleme im Public Sector inzwischen breit anerkannt ist und durch fortlaufende Transformation ersetzt werden muss.

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Die Umsetzung der Ideen des Buches: EPA

  • Hans Werner Streicher

摘要

Viele Digitalisierungsinitiativen im öffentlichen Sektor unterscheiden sich grundlegend von klassischen Projekten, vor allem durch das Fehlen eines klaren Endtermins. Zwar werden während der Projektlaufzeit IT-Anwendungen entwickelt, doch dies ist oft nur der Einstieg in einen langfristigen Transformationsprozess in den Verfahren. Ein Beispiel dafür ist die vom Autor initiierte Einreichplattform für AVG-Verfahren (EPA), die als ganzheitliches, langfristig angelegtes Vorhaben zur end-to-end-Transformation von Genehmigungsverfahren konzipiert wurde. Die Prozessveränderung ist fortlaufend im Gange und erfordert technologische und organisatorische Anpassungen, z. B. bei der elektronischen Identifizierung der Prozessbeteiligten, beim Datenmanagement, bei der direkten Integration von Registern oder bei der digitalen Zustellung. Da Verwaltungsvorhaben formell als Projekte geführt werden müssen, erfolgt die Umsetzung in Etappen. Mit der Zeit setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass kontinuierliche, strukturierte Weiterentwicklung erfolgreicher ist als klassisch befristete Projekte, bei denen der Endtermin im Fokus steht – oft zulasten der tatsächlichen transformatorischen Wirkung. Das Festhalten an starren Projektlogiken hat in der Vergangenheit zu einem spürbaren Innovations- und Investitionsstau geführt, der als eines der zentralen Probleme im Public Sector inzwischen breit anerkannt ist und durch fortlaufende Transformation ersetzt werden muss.