Gesünder, produktiver, automatisierter? Ethische Aspekte von KI im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
摘要
Der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ruft im öffentlichen Diskurs sowohl messianische Erwartungen als auch dystopische Ängste hervor. Während Anbieter von KI-basierten Systemen die Technologie als Lösung für alle möglichen Probleme von Armut (Walther 2024) über Krebsleiden (Cancer Research Institute 2024) bis hin zum Klimawandel (Masterson 2024) anpreisen, stehen auf der anderen Seite Befürchtungen hinsichtlich computergetriebener Diskriminierung, der Ersetzung menschlicher Arbeitskräfte oder gar der Entstehung einer übermächtigen Superintelligenz. Ähnliches gilt für den Einsatz von KI im Gesundheitswesen: Manche sehen in KI das Allheilmittel für eine Vielzahl an Herausforderungen, z. B. eine verbesserte Diagnosegenauigkeit oder optimierte Arbeitsabläufe. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO 2023) schätzt, dass weltweit jährlich 395 Mio. Personen bei der Arbeit verunfallen, während fast drei Millionen Personen aufgrund von arbeitsbedingten Unfällen und Erkrankungen ihr Leben verlieren; KI-Systeme könnten besonders gefährliche oder gesundheitsgefährdende Arbeitsschritte übernehmen oder durch die Analyse der Ursachen von Unfällen und Erkrankungen die Schaffung gezielter Gegenmaßnahmen fördern (World Economic Forum 2024). Andererseits könnte KI auch Arbeitsbedingungen verschlechtern, menschliche Fachkräfte überflüssig machen, bestehende Ungleichheiten verschärfen oder die Versorgung von Patientinnen und Patienten negativ beeinträchtigen. Ungeachtet dieser Befürchtungen schreitet die Integration von KI wie in vielen gesellschaftlichen Domänen auch im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) rapide voran.