Mithu Sanyal: Identitti (2021)
摘要
Mithu Sanyal ist 1971 in Düsseldorf geboren. Sie hat dort an der Heinrich-Heine-Universität studiert und promoviert. Aus ihrer Dissertation ist ihre erste Buchveröffentlichung Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts (2009) hervorgegangen. Als Journalistin schreibt sie seit den 1990er Jahren unter anderem für die Medien taz, Frankfurter Rundschau, SPEX, NDR, BR, DLF, WDR, aber auch für die Bundeszentrale für politische Bildung. Ihr zweites Buch Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens (2016) wurde wie ihr erstes breit rezipiert und in mehrere Sprachen übersetzt. Die Bücher sowie ihre journalistischen Texte haben Sanyal zunächst als eine kulturwissenschaftliche Autorin und Kritikerin ausgewiesen, deren Name mit feministischen Themen verknüpft wurde. Seit dem Erfolg ihres ersten Romans Identitti (2021) wird sie in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem mit den Themenfeldern Rassismus, Postkolonialismus, Cancel Culture und Identitätspolitik in Zusammenhang gebracht, diese Themen haben jedoch auch in Sanyals früheren Texten eine Rolle gespielt. Beiträge wie der Text Zuhause (2019) im Band Eure Heimat ist unser Albtraum, der von Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir herausgegeben wurde, ist ein Beispiel dafür, dass Sanyals Texte immer schon aus einem Bewusstsein für die intersektionale Verwobenheit von race, class und gender gearbeitet waren, wobei Identitti (2021) in dieser Hinsicht einen Schritt weiter geht und spezifisch poetische Möglichkeiten auslotet, ein Unbehagen an der Grobschlächtigkeit dieser theoretischen Kategorien auszudrücken (vgl. dazu Zink/Rössler 2025). Gleiches gilt für ihren zweiten Roman Antichristi (2024).