Schon in der eigenen Biographie spielt die Bildungskarriere eine große Rolle für den renommierten Schriftsteller Christoph Hein, der als evangelischer Pfarrerssohn in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufwuchs. Der Beruf des Vaters führte in den späten Fünfzigerjahren dazu, dass Hein die Erweiterte Oberschule nicht besuchen durfte und er stattdessen als Vierzehnjähriger auf ein humanistisches Gymnasium in Westberlin ging, bis er wegen des Mauerbaus die Schule wieder abbrechen musste. Erst drei Jahre später durfte er sein Abitur an der Abendschule machen und ein Philosophie- und Logikstudium in Leipzig und Berlin abschließen. Er wurde 1971 Dramaturg und Autor an der Volksbühne in Ostberlin und arbeitet seit 1979 als freier Schriftsteller. Nach dem großen Erfolg seiner1982 veröffentlichten Novelle Der fremde Freund etablierte er sich als einer der wichtigsten DDR-Schriftsteller seiner Generation. 2012 wurde ihm für Weiskerns Nachlass der Uwe-Johnson-Preis verliehen. Durch die Figur von Rüdiger Stolzenburg, Kulturwissenschaftler ohne Aufstiegschancen, analysiert Hein die zunehmende Prekarität, die ethischen Dilemmas und den Verlust an akademische Freiheit im deutschen Hochschulwesen als Symbol für weitreichende Probleme in der zeitgenössischen Gesellschaft.

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Christoph Hein: Weiskerns Nachlass (2011)

  • Jean E. Conacher

摘要

Schon in der eigenen Biographie spielt die Bildungskarriere eine große Rolle für den renommierten Schriftsteller Christoph Hein, der als evangelischer Pfarrerssohn in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufwuchs. Der Beruf des Vaters führte in den späten Fünfzigerjahren dazu, dass Hein die Erweiterte Oberschule nicht besuchen durfte und er stattdessen als Vierzehnjähriger auf ein humanistisches Gymnasium in Westberlin ging, bis er wegen des Mauerbaus die Schule wieder abbrechen musste. Erst drei Jahre später durfte er sein Abitur an der Abendschule machen und ein Philosophie- und Logikstudium in Leipzig und Berlin abschließen. Er wurde 1971 Dramaturg und Autor an der Volksbühne in Ostberlin und arbeitet seit 1979 als freier Schriftsteller. Nach dem großen Erfolg seiner1982 veröffentlichten Novelle Der fremde Freund etablierte er sich als einer der wichtigsten DDR-Schriftsteller seiner Generation. 2012 wurde ihm für Weiskerns Nachlass der Uwe-Johnson-Preis verliehen. Durch die Figur von Rüdiger Stolzenburg, Kulturwissenschaftler ohne Aufstiegschancen, analysiert Hein die zunehmende Prekarität, die ethischen Dilemmas und den Verlust an akademische Freiheit im deutschen Hochschulwesen als Symbol für weitreichende Probleme in der zeitgenössischen Gesellschaft.