Libuše Moníková wurde 1945 in Prag geboren und wuchs unter dem kommunistischen System der Tschechoslowakei auf. Sie promovierte an der Karlsuniversität in Germanistik mit einer vergleichenden Studie zu Shakespeare und Brecht. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings lebte die Autorin ab 1971 mit ihrem Ehemann Michael Herzog in Göttingen und wurde als Lehrbeauftragte an der Gesamthochschule Kassel und der Universität Bremen tätig. Satirisch verarbeitet hat sie ihre Universitätserfahrungen in Treibeis (1992) und Verklärte Nacht (1996). Später zog Moníková als freie Schriftstellerin nach Bremen, dann nach Berlin, wo sie 1998 verstarb. Ihre in Identitätskonflikten lebenden tschechischen Protagonistinnen sind geprägt von einer Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach Prag, der zentralen Stadt ihres literarischen Werkes, die aus einer Exilperspektive heraus betrachtet wird (zur Kritik an dieser die Forschung prägenden Position vgl. Weinberg 2011, 101–104 und Weinberg 2012, 302). Moníkovás feministisches Engagement zeigt sich in einer Kritik der patriarchalen Strukturen dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs. Zu ihren einflussreichsten Veröffentlichungen muss neben den bereits genannten Werken vor allem der international für Aufsehen sorgende Roman Die Fassade (1987) gezählt werden, daneben Eine Schädigung (1981) und Der Taumel (2000). Von Moníková liegen die Essays Schloß, Aleph, Wunschtorte (1990) und Prager Fenster (1994) vor. Auch Theaterstücke (Tetom und Tuba von 1987 und Unter Menschenfressern. Dramatisches Menue in vier Gängen von 1990) wurden von ihr verfasst.

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Libuše Moníková: Pavane für eine verstorbene Infantin (1983)

  • Franz Fromholzer

摘要

Libuše Moníková wurde 1945 in Prag geboren und wuchs unter dem kommunistischen System der Tschechoslowakei auf. Sie promovierte an der Karlsuniversität in Germanistik mit einer vergleichenden Studie zu Shakespeare und Brecht. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings lebte die Autorin ab 1971 mit ihrem Ehemann Michael Herzog in Göttingen und wurde als Lehrbeauftragte an der Gesamthochschule Kassel und der Universität Bremen tätig. Satirisch verarbeitet hat sie ihre Universitätserfahrungen in Treibeis (1992) und Verklärte Nacht (1996). Später zog Moníková als freie Schriftstellerin nach Bremen, dann nach Berlin, wo sie 1998 verstarb. Ihre in Identitätskonflikten lebenden tschechischen Protagonistinnen sind geprägt von einer Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach Prag, der zentralen Stadt ihres literarischen Werkes, die aus einer Exilperspektive heraus betrachtet wird (zur Kritik an dieser die Forschung prägenden Position vgl. Weinberg 2011, 101–104 und Weinberg 2012, 302). Moníkovás feministisches Engagement zeigt sich in einer Kritik der patriarchalen Strukturen dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs. Zu ihren einflussreichsten Veröffentlichungen muss neben den bereits genannten Werken vor allem der international für Aufsehen sorgende Roman Die Fassade (1987) gezählt werden, daneben Eine Schädigung (1981) und Der Taumel (2000). Von Moníková liegen die Essays Schloß, Aleph, Wunschtorte (1990) und Prager Fenster (1994) vor. Auch Theaterstücke (Tetom und Tuba von 1987 und Unter Menschenfressern. Dramatisches Menue in vier Gängen von 1990) wurden von ihr verfasst.