Das Prinzip ‚Verunsicherung‘ in den Schriften Friedrich Schleiermachers und Wilhelm von Humboldts über das Übersetzen
摘要
In diesem Beitrag wird das Phänomen der Verunsicherung anhand der Übersetzungstheorien von Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schleiermacher untersucht. Wenn das Phänomen der Verunsicherung, das zur Erklärung soziopolitischer Veränderungen in bestimmten historischen Epochen rezipiert wurde, auf die Übersetzung angewandt wird, dann können das Verhältnis zwischen dem Eigenem und dem Fremdem sowie die verschiedenen Besonderheiten der am Übersetzungsprozess beteiligten Sprachen untersucht werden. Auch wenn Humboldt und Schleiermacher in ihren Übersetzungstheorien nie explizit von Verunsicherung sprechen, ist das Konzept in ihren Ansätzen erkennbar. Insbesondere untersuchen sie Übersetzung in ihrer Beziehung zur Andersartigkeit der Kultur des zu übertragenden Textes. Im Zentrum der Analyse stehen Humboldts „Einleitung zum Agamennon“ (1816) und Schleiermachers „Ueber die verschiedenen Methoden des Uebersezens“ (1813).