Der Aufsatz analysiert Friedrich Schillers Übersetzung und Adaption von William Shakespeares Macbeth. Bereits der Ausgangstext beschreibt eine Situation großer Verunsicherung, die von Schiller auf drei verschiedenen Ebenen noch radikaler ausgestaltet wird. Zunächst erfolgt dies durch Veränderungen in der Gestaltung der zeitlichen Bezüge: Schiller verstärkt die Dynamik des ohnehin schon rasant voranschreitenden Dramas und erweitert es durch zusätzliche Formulierungen, die ein erweitertes Bewusstsein für die Gegenwart und die Zukunft implizieren. Außerdem fügt er eine zusätzliche Politisierung in den Text ein, indem er weitere politische Reflexionen integriert und das Ende des Dramas umgestaltet. Schließlich lassen sich auch auf Ebene der formalen Gestaltung Instabilitäten identifizieren, da Schiller in den letzten drei Akten seiner Adaption durch inhaltliche und strukturelle Modifizierung mit formalen Konstellationen bricht, die er in den ersten beiden Akten zunächst entworfen hatte.

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Zweifelhafte Wesen (in) der Übersetzung. Zeit, Politik und ästhetische Form in Schillers Adaption von Shakespeares Macbeth

  • Franziska Jekel-Twittmann

摘要

Der Aufsatz analysiert Friedrich Schillers Übersetzung und Adaption von William Shakespeares Macbeth. Bereits der Ausgangstext beschreibt eine Situation großer Verunsicherung, die von Schiller auf drei verschiedenen Ebenen noch radikaler ausgestaltet wird. Zunächst erfolgt dies durch Veränderungen in der Gestaltung der zeitlichen Bezüge: Schiller verstärkt die Dynamik des ohnehin schon rasant voranschreitenden Dramas und erweitert es durch zusätzliche Formulierungen, die ein erweitertes Bewusstsein für die Gegenwart und die Zukunft implizieren. Außerdem fügt er eine zusätzliche Politisierung in den Text ein, indem er weitere politische Reflexionen integriert und das Ende des Dramas umgestaltet. Schließlich lassen sich auch auf Ebene der formalen Gestaltung Instabilitäten identifizieren, da Schiller in den letzten drei Akten seiner Adaption durch inhaltliche und strukturelle Modifizierung mit formalen Konstellationen bricht, die er in den ersten beiden Akten zunächst entworfen hatte.