Wie liest man Bibliographien, also Bücher, die „nicht eigentlich zum Lesen geschaffen“ sind? Zieht man die zahlreichen Auseinandersetzungen mit dem Messkatalog als der paradigmatischen Novitäten-Bibliographie des deutschsprachigen Buchhandels zu Rate, wie sie die Literatur und die Publizistik des 18. und 19. Jahrhunderts in Überfülle bereithalten, kann eine mögliche Antwort auf diese Frage lauten: indem man sie eben nicht wie andere Bücher liest, sondern buchstäblich betrachtet und damit jener „Textumgangsform“ unterwirft, die Heinz Schlaffer als „Anschauende Lektüre“ klassifiziert hat. Wenn es sein muss, kann diese Betrachtung auch aus größerer Distanz und unter Benutzung von „Fernröhren“ erfolgen, wie es Heinrich Laube in seinem Feuilleton Der Meßkatalog von 1833 suggeriert.

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  • Michael Pilz

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Wie liest man Bibliographien, also Bücher, die „nicht eigentlich zum Lesen geschaffen“ sind? Zieht man die zahlreichen Auseinandersetzungen mit dem Messkatalog als der paradigmatischen Novitäten-Bibliographie des deutschsprachigen Buchhandels zu Rate, wie sie die Literatur und die Publizistik des 18. und 19. Jahrhunderts in Überfülle bereithalten, kann eine mögliche Antwort auf diese Frage lauten: indem man sie eben nicht wie andere Bücher liest, sondern buchstäblich betrachtet und damit jener „Textumgangsform“ unterwirft, die Heinz Schlaffer als „Anschauende Lektüre“ klassifiziert hat. Wenn es sein muss, kann diese Betrachtung auch aus größerer Distanz und unter Benutzung von „Fernröhren“ erfolgen, wie es Heinrich Laube in seinem Feuilleton Der Meßkatalog von 1833 suggeriert.