Prosazerfall. Über Metrik bei César Vallejo
摘要
Mein Beitrag versteht sich als Fallstudie zum metrischen Prozess der modernen Lyrik, der das Verhältnis von Vers und Prosa neu ausrichtet. Den Ausgangspunkt bildet ein Gedicht des Peruaners César Vallejo, Trilce Nr. LV, das Prosa-Absätze mit Versen verbindet. Es wird zunächst gezeigt, wie Vallejos Gedicht die Auseinandersetzung mit bestimmten Verstraditionen (klassischer spanischer Vers, Symbolismus, Modernismo) sucht. Anhand des Gedichts „Los heraldos negros“ wird rekapituliert, wie der Autor in seinem Frühwerk eine Poetik der traumatischen Erschütterung entwickelt, die den traditionellen Vers entregelt. Auf dieser Grundlage lässt sich beschreiben, wie er in dem avantgardistischen Zyklus Trilce eine ‚idiomatische‘ Poetik entwickelt, die zugleich regressiv und progressiv einem Punkt jenseits der Unterscheidung von Vers und Prosa zustrebt. Im letzten Schritt widmet sich mein Beitrag den Sprechakten des Zählens in Trilce, um zu zeigen, dass diese eine Reduktion von Metrik auf Arithmetik anvisieren.