Das Kapitel enthält eine abschließende Zusammenfassung der Studie zur medialen Repräsentation weiblicher Identitäten in Reisetagebüchern und Reiseblogs. So wird aus der synchronen und diachronen Analyse ersichtlich, dass die weiblich codierte Reiseblogosphäre als ein ambivalentes Archiv des Empowerments hervortritt, das gleichzeitig weibliche Ermächtigung und kapitalistische Anpassung mit sich bringt. Während frühere Reiseautorinnen ihr Gender maskierten oder ihre Texte nie veröffentlicht sahen, ermöglichen Reiseblogs neue Formen der Selbstnarration und öffentlichen Sichtbarkeit. Reiseblogs erscheinen in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung damit eher als soziale denn als literarische Ereignisse. Diese fehlende Narrativität zeigt sich auch an genderstereotypen sowie kommerziellen Narrativen, die den Reiseblog als Plattform neoliberaler Selbstvermarktung inmitten von neuen Medienumgebungen verorten lassen. Früher wie heute wird Weiblichkeit in visuellen Medien so inszeniert, dass es verkaufsförderlich ist und sich den Gendernormen eines hegemonialen Repräsentationssystems anpasst. Das Internet fungiert als digitales Archiv somit unter ähnlichen Machtprinzipien wie die kulturelle Institution Archiv. In ihm kommt das Gesetz des Marktes zum Tragen, das ‚Empowerment‘ als performatives Schlagwort einfordert und die entsprechenden Narrative mit algorithmischer Sichtbarkeit belohnt.

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Fazit: Gender im Gepäck

  • Mirja Riggert

摘要

Das Kapitel enthält eine abschließende Zusammenfassung der Studie zur medialen Repräsentation weiblicher Identitäten in Reisetagebüchern und Reiseblogs. So wird aus der synchronen und diachronen Analyse ersichtlich, dass die weiblich codierte Reiseblogosphäre als ein ambivalentes Archiv des Empowerments hervortritt, das gleichzeitig weibliche Ermächtigung und kapitalistische Anpassung mit sich bringt. Während frühere Reiseautorinnen ihr Gender maskierten oder ihre Texte nie veröffentlicht sahen, ermöglichen Reiseblogs neue Formen der Selbstnarration und öffentlichen Sichtbarkeit. Reiseblogs erscheinen in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung damit eher als soziale denn als literarische Ereignisse. Diese fehlende Narrativität zeigt sich auch an genderstereotypen sowie kommerziellen Narrativen, die den Reiseblog als Plattform neoliberaler Selbstvermarktung inmitten von neuen Medienumgebungen verorten lassen. Früher wie heute wird Weiblichkeit in visuellen Medien so inszeniert, dass es verkaufsförderlich ist und sich den Gendernormen eines hegemonialen Repräsentationssystems anpasst. Das Internet fungiert als digitales Archiv somit unter ähnlichen Machtprinzipien wie die kulturelle Institution Archiv. In ihm kommt das Gesetz des Marktes zum Tragen, das ‚Empowerment‘ als performatives Schlagwort einfordert und die entsprechenden Narrative mit algorithmischer Sichtbarkeit belohnt.