Um die globalen Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen, wird die Nachhaltigkeit in allen Sektoren immer wichtiger, auch im Gesundheitswesen. Eine Neubewertung der Behandlungsmethoden hinsichtlich ihrer Treibhausgasemissionen und die Einführung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien könnten die Umweltbelastung in diesem Bereich deutlich reduzieren. Quantitative Untersuchungen zur Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, insbesondere in der deutschen Zahnmedizin, liegen jedoch kaum vor. Der vorliegende Beitrag greift diese Lücke auf, indem er in einer Pilotstudie den CO2-Fußabdruck herkömmlicher, analoger zahnärztlicher Abformtechniken mit neuen digitalen Methoden vergleicht. Konkret wird die digitale Abformung mit dem Intraoralscanner „Primescan“ (Dentsply Sirona) untersucht, der mit drei verschiedenen Scanspitzen (Einwegspitze, autoklavierbare Spitze und Spitze zur Wischdesinfektion) erhältlich ist, die alle unterschiedliche Desinfektionsmethoden erlauben bzw. als Einwegprodukt angeboten werden. Mithilfe der Methode des CO2-Fußabdrucks in Anlehnung an ISO 14067 wird eine umfassende Umweltbewertung zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in der zahnärztlichen Praxis durchgeführt. Zur Validierung der Ergebnisse werden im Zuge der Auswertung Unsicherheitsprobleme mithilfe der Monte-Carlo-Simulation berechnet. Als Ergebnis zeigt sich, dass die digitale Abformung in allen drei Varianten einen geringeren CO2-Fußabdruck aufweist als die analoge Abformung. In diesem Beitrag werden die konkreten Ergebnisse der Umweltbewertung vorgestellt. Abschließend werden Überlegungen angestellt, wie die Erkenntnisse aus der Pilotstudie für zukünftige Untersuchungen im Gesundheitswesen genutzt werden können, um daraus Handlungsempfehlungen für die zahnmedizinische Versorgung abzuleiten.

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Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in der zahnmedizinischen Versorgung: Pilotstudie zum CO2-Fußabdruck der analogen und digitalen Abformung

  • Andre Christian Daum,
  • Kara Johanna Drath,
  • Maximiliane Amelie Schlenz,
  • Fabian Völker,
  • Harald Weigand,
  • Holger Rohn

摘要

Um die globalen Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen, wird die Nachhaltigkeit in allen Sektoren immer wichtiger, auch im Gesundheitswesen. Eine Neubewertung der Behandlungsmethoden hinsichtlich ihrer Treibhausgasemissionen und die Einführung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien könnten die Umweltbelastung in diesem Bereich deutlich reduzieren. Quantitative Untersuchungen zur Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, insbesondere in der deutschen Zahnmedizin, liegen jedoch kaum vor. Der vorliegende Beitrag greift diese Lücke auf, indem er in einer Pilotstudie den CO2-Fußabdruck herkömmlicher, analoger zahnärztlicher Abformtechniken mit neuen digitalen Methoden vergleicht. Konkret wird die digitale Abformung mit dem Intraoralscanner „Primescan“ (Dentsply Sirona) untersucht, der mit drei verschiedenen Scanspitzen (Einwegspitze, autoklavierbare Spitze und Spitze zur Wischdesinfektion) erhältlich ist, die alle unterschiedliche Desinfektionsmethoden erlauben bzw. als Einwegprodukt angeboten werden. Mithilfe der Methode des CO2-Fußabdrucks in Anlehnung an ISO 14067 wird eine umfassende Umweltbewertung zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in der zahnärztlichen Praxis durchgeführt. Zur Validierung der Ergebnisse werden im Zuge der Auswertung Unsicherheitsprobleme mithilfe der Monte-Carlo-Simulation berechnet. Als Ergebnis zeigt sich, dass die digitale Abformung in allen drei Varianten einen geringeren CO2-Fußabdruck aufweist als die analoge Abformung. In diesem Beitrag werden die konkreten Ergebnisse der Umweltbewertung vorgestellt. Abschließend werden Überlegungen angestellt, wie die Erkenntnisse aus der Pilotstudie für zukünftige Untersuchungen im Gesundheitswesen genutzt werden können, um daraus Handlungsempfehlungen für die zahnmedizinische Versorgung abzuleiten.