Die Große Transformation hin zu einer klimaverträglichen Gesellschaft muss durch tiefgreifende Veränderungen auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben werden, auch in der Hochschullehre. Dieser Artikel geht daher der Frage nach, wie Transformationsexperimente dazu beitragen können, Studierenden mitunter in Ingenieurstudiengängen Schlüsselkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln. Dazu wird die Lehrveranstaltung „Transformatives Engagement im Unternehmenskontext“ (TEU) vorgestellt, die im Sommersemester 2023 an der Ostschweizerischen Fachhochschule in St. Gallen in einem berufsbegleitenden Mechatronik-Masterstudiengang erstmals eingesetzt und beforscht wurde. Der Kurs zeichnet sich durch eine Reihe von Transformationsexperimenten aus, in denen die Studierenden zunächst für ca. 30 Tage selbstgewählte Verhaltensänderungen zum Klimaschutz im Alltag (Fußabdruck) ausprobieren. Darauf aufbauend entwickeln sie durch transformatives Engagement (Handabdruck) strukturelle Transformationsansätze in ihrem beruflichen Umfeld, um Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen klimafreundlicher zu gestalten. Die so entwickelten Maßnahmen treiben sie ca. 60 Tage lang gemeinsam mit Kolleg_innen voran. Die Mixed-Methods-Begleitforschung besteht aus einem quantitativen und einem qualitativen Strang: Die Erfahrungsberichte der Handabdruck-Experimente wurden durch eine Qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet, die Fragebögen zu drei Erhebungspunkten mittels deskriptiver Statistik analysiert. Die Ergebnisse zeigen positive Effekte bei Klima- und Umweltbewusstsein, bei wahrgenommenen Handlungsoptionen und bei der Maßnahmenumsetzung. Zudem sind Kompetenzzuwächse in den ausgewerteten Erfahrungsberichten dokumentiert. Die diskutierten Ergebnisse können einen Beitrag zur Reallaborforschung und zur Hochschullehre für eine nachhaltige Entwicklung leisten, indem sie aufzeigen, dass Transformationsexperimente Studierende praxisnah in ihrer Rolle als Change Agents stärken. Zudem möchte die Arbeit auch den Mehrwert des Experimentierens aufzeigen, durch das konstruktive Impulse zur Dekarbonisierung nicht-nachhaltiger Unternehmensstrukturen geleistet werden können.

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Transformatives Engagement in Unternehmen: Schlüsselkompetenzen für  nachhaltige Entwicklung durch den Handabdruck  im berufsbegleitenden Mechatronik-Masterstudium  vermitteln

  • Markus Szaguhn

摘要

Die Große Transformation hin zu einer klimaverträglichen Gesellschaft muss durch tiefgreifende Veränderungen auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben werden, auch in der Hochschullehre. Dieser Artikel geht daher der Frage nach, wie Transformationsexperimente dazu beitragen können, Studierenden mitunter in Ingenieurstudiengängen Schlüsselkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln. Dazu wird die Lehrveranstaltung „Transformatives Engagement im Unternehmenskontext“ (TEU) vorgestellt, die im Sommersemester 2023 an der Ostschweizerischen Fachhochschule in St. Gallen in einem berufsbegleitenden Mechatronik-Masterstudiengang erstmals eingesetzt und beforscht wurde. Der Kurs zeichnet sich durch eine Reihe von Transformationsexperimenten aus, in denen die Studierenden zunächst für ca. 30 Tage selbstgewählte Verhaltensänderungen zum Klimaschutz im Alltag (Fußabdruck) ausprobieren. Darauf aufbauend entwickeln sie durch transformatives Engagement (Handabdruck) strukturelle Transformationsansätze in ihrem beruflichen Umfeld, um Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen klimafreundlicher zu gestalten. Die so entwickelten Maßnahmen treiben sie ca. 60 Tage lang gemeinsam mit Kolleg_innen voran. Die Mixed-Methods-Begleitforschung besteht aus einem quantitativen und einem qualitativen Strang: Die Erfahrungsberichte der Handabdruck-Experimente wurden durch eine Qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet, die Fragebögen zu drei Erhebungspunkten mittels deskriptiver Statistik analysiert. Die Ergebnisse zeigen positive Effekte bei Klima- und Umweltbewusstsein, bei wahrgenommenen Handlungsoptionen und bei der Maßnahmenumsetzung. Zudem sind Kompetenzzuwächse in den ausgewerteten Erfahrungsberichten dokumentiert. Die diskutierten Ergebnisse können einen Beitrag zur Reallaborforschung und zur Hochschullehre für eine nachhaltige Entwicklung leisten, indem sie aufzeigen, dass Transformationsexperimente Studierende praxisnah in ihrer Rolle als Change Agents stärken. Zudem möchte die Arbeit auch den Mehrwert des Experimentierens aufzeigen, durch das konstruktive Impulse zur Dekarbonisierung nicht-nachhaltiger Unternehmensstrukturen geleistet werden können.