Schlechte Wörter
摘要
Die Texte in Ilse Aichingers Prosatextsammlung werden bei aller inhaltlichen Disparatheit durch einen sprachreflexiven Grundzug zusammengehalten, wie schon der Titel Schlechte Wörter andeutet. Das Adjektiv ‚schlecht‘ oszilliert dabei aber zwischen verschiedenen Bedeutungen, einer Kritik an der Macht sprachlicher Ordnungen und einer Sympathiebekundung für ‚schlichte Wörter‘. Das gesamte Textkorpus ist durch eine analoge Oszillation geprägt: durch Sprachskepsis und Hinweise auf die Diskrepanz zwischen Wörtern und Wirklichkeit einerseits, die Faszination durch innovativ nutzbare Bedeutungsspektren der Wörter andererseits. Mit Sprache wird gespielt: mit polysemen Wörtern, Namen, Redensarten, Fremdsprachlichem, mit Sinnverdichtungen und Nonsens. So bewegt sich das Schreiben ‚zwischen den Sprachen‘ – anschlussfähig für neue Blicke auf das Spektrum stilistischer Möglichkeiten selbstreflexiver Prosa und kreativer Übersetzung. Die Texte von Teil II sind auch als Prosagedichte gelesen worden.