Grenzen, Identität
摘要
Grenzen im geografischen und politischen Sinne, Ortsgrenzen und vor allem Landesgrenzen mit Grenzwächtern, Grenzposten oder Zöllnern zählen zu den häufigen Motiven in Aichingers Texten. Allerdings geschieht die Grenzüberquerung primär nicht via amtlich-offiziellem Identitätsnachweis, sondern vor allem in der Vorstellung und der Sprache, und zwar als Überschreitung asymmetrischer Grenzen zwischen Hier und Dort, Gegenwart und Vergangenheit, Wirklichkeit und Imagination, Leben und Tod, Vertrautem und Fremdem, Eigenem und Anderem. Dabei entwirft Aichinger auch das Konzept einer Identität, die feste Zuschreibungen unterläuft und sich nicht im Ab- und Ausgrenzen des Fremden und Anderen etabliert, sondern diesem gegenüber durchlässig und offen ist. Die Öffnung betrifft auch die Sprache ihrer Texte, die vom normativ-konventionellen Gebrauch gelöst bzw. ihm entfremdet und auf das Andere hin entgrenzt wird.