Exil
摘要
Der autobiografischen Fundierung ihres Schreibens und der Poetik Aichingers sind traumatische Erfahrungen der Deportation von Familienmitgliedern, des realen Exils der Zwillingsschwester und des an Unzugehörigkeit gekoppelten eigenen Entkommenseins, des erzwungenen Verbleibs in der vertrauten wie mörderischen Fremde der Heimatstadt, eingetragen. Das insofern nicht nur metaphorische Exil prägt als Fluchtpunkt die ästhetischen Einsätze des kontingenten Augenblicks in Aichingers Kurzprosa, das Wahrnehmungskonzept des ‚fremden Blicks‘ sowie die Zeit und Raum querende Ökonomie eines transitorischen Erzählens, das in narrativen Kurzschlüssen ein mikrokosmisches Zusammenschießen der Zeiten, des Nahen und Fernen aufbietet.