Zu keiner Stunde (1957/1991) enthält sogenannte „Szenen und Dialoge“, die sich mit der langen Tradition der Szene als dramatischer Einheit auseinandersetzen, aber auch Elemente der Film- und Hörspielästhetik inkorporieren. Die einzelnen Texte variieren insbesondere drei Merkmale der szenischen Form: die Szene als ein Ausschnitt von Welt, der von Auf- und Abtritten konturiert wird; die Szene als Raum für dialogische Auseinandersetzung, die zu Unverständnis und Missverständnissen führt; die Szene als Moment einer Bildwerdung oder Versteinerung, der von einer emanzipierenden Lebendigkeit unterwandert wird. In diesen dialogischen Szenen findet Aichinger eine äußerst präzise und konkrete Form für das ‚Erzählen vom Ende her‘ und dessen engagierte Verbindung zu den deutschsprachigen Gesellschaften der 1950er-Jahre.

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Zu keiner Stunde. Szenen und Dialoge

  • Inge Arteel

摘要

Zu keiner Stunde (1957/1991) enthält sogenannte „Szenen und Dialoge“, die sich mit der langen Tradition der Szene als dramatischer Einheit auseinandersetzen, aber auch Elemente der Film- und Hörspielästhetik inkorporieren. Die einzelnen Texte variieren insbesondere drei Merkmale der szenischen Form: die Szene als ein Ausschnitt von Welt, der von Auf- und Abtritten konturiert wird; die Szene als Raum für dialogische Auseinandersetzung, die zu Unverständnis und Missverständnissen führt; die Szene als Moment einer Bildwerdung oder Versteinerung, der von einer emanzipierenden Lebendigkeit unterwandert wird. In diesen dialogischen Szenen findet Aichinger eine äußerst präzise und konkrete Form für das ‚Erzählen vom Ende her‘ und dessen engagierte Verbindung zu den deutschsprachigen Gesellschaften der 1950er-Jahre.