Gestalttherapeutische Prinzipien im Coaching
摘要
Die Gestalttherapie wurde in den 1950er-Jahren bis Ende der 1960er-Jahre von Fritz und Laura Perls sowie von Paul Goodman in den wesentlichen Grundzügen in Abgrenzung und Kritik zur psychoanalytischen Tradition entwickelt. Einflussreiche Quellen der Gestalttherapie waren zur damaligen Zeit vor allem die Gestaltpsychologie, die Feldtheorie und die Phänomenologie. Später in den 1980er-Jahren wurde der Einfluss von dem Existenzialphilosophen Martin Buber sichtbarer herausgestellt. Auch gestaltorientiertes Coaching wird bis heute durch diese Grundlagen getragen und lässt sich nur vor diesem Hintergrund umfassend und tiefgreifend nachvollziehen. Daher ist es in diesem Beitrag wesentlich, einen Blick auf die theoretischen Wurzeln der Gestalttherapie zu werfen und ausgehend davon, dessen weitreichenden Einflüsse auf die heutige Coachingpraxis aufzuzeigen. Eine einheitliche gestaltorientiere Praxis existiert nicht. Die Praxis ist immer vermittelt und daher verkörpert durch die ausübende Person mit ihrer Geschichte, Erfahrung, Ausbildung und Entwicklung. Es ist immer nur möglich, eine besondere und nicht die allgemeine Praxis darzulegen. Im Folgenden werden grundlegende Prinzipien gestaltorientierter Praxis erläutert, nach denen nur selten ausschließlich praktiziert wird. Je nach Hintergrund des:der Coach:in werden diese Prinzipien durch weitere Ansätze angereichert. Der:die kundige Leser:in wird jedoch die offensichtlichen Parallelen zur konstruktivistischer Erkenntnistheorie und systemtheoretischen Ansätzen leicht erkennen.