Dieses Kapitel bietet einen praxisbezogenen Einblick in den aktuellen Kenntnisstand bezüglich Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie bei Kindern und Jugendlichen aus medizinisch-therapeutischer Sicht. In Anlehnung an den Paradigmenwechsel in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), dem zufolge Geschlechtsinkongruenz nicht länger als psychische Störung eingestuft wird, werden bedeutsame Änderungen für den professionellen Umgang mit Gender-Nonkonformität erläutert. Im Mittelpunkt steht die Förderung gender-nonkonformer Kinder und Jugendlicher darin, ein Leben im erlebten Geschlecht zu führen. Eine Geschlechtsinkongruenz erfordert in der Kindheit oft keine spezielle Behandlung. In der Pubertät jedoch kann die zunehmende körperliche Entwicklung zu einem Leidensdruck aufgrund von Geschlechtsdysphorie führen, was eine unterstützende Psychotherapie sowie ggf. abgestufte medizinische Eingriffe zur Pubertätsblockade und zum Zweck der Geschlechtsangleichung notwendig machen kann. Die Rahmenbedingungen für diese Maßnahmen sowie die zugehörigen ethischen Überlegungen und besondere Herausforderungen bei der Begleitung und Behandlung gender-nonkonformer Kinder und Jugendlicher werden dargelegt.

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Trans* im Kindes- und Jugendalter – eine medizinisch-therapeutische Perspektive

  • Milena Siebald,
  • Manuel Föcker,
  • Georg Romer

摘要

Dieses Kapitel bietet einen praxisbezogenen Einblick in den aktuellen Kenntnisstand bezüglich Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie bei Kindern und Jugendlichen aus medizinisch-therapeutischer Sicht. In Anlehnung an den Paradigmenwechsel in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), dem zufolge Geschlechtsinkongruenz nicht länger als psychische Störung eingestuft wird, werden bedeutsame Änderungen für den professionellen Umgang mit Gender-Nonkonformität erläutert. Im Mittelpunkt steht die Förderung gender-nonkonformer Kinder und Jugendlicher darin, ein Leben im erlebten Geschlecht zu führen. Eine Geschlechtsinkongruenz erfordert in der Kindheit oft keine spezielle Behandlung. In der Pubertät jedoch kann die zunehmende körperliche Entwicklung zu einem Leidensdruck aufgrund von Geschlechtsdysphorie führen, was eine unterstützende Psychotherapie sowie ggf. abgestufte medizinische Eingriffe zur Pubertätsblockade und zum Zweck der Geschlechtsangleichung notwendig machen kann. Die Rahmenbedingungen für diese Maßnahmen sowie die zugehörigen ethischen Überlegungen und besondere Herausforderungen bei der Begleitung und Behandlung gender-nonkonformer Kinder und Jugendlicher werden dargelegt.