Die Sorge im Sinne Heideggers ist zweifach bestimmt, als ein Existenzial, das auf die Grundstruktur des Daseins zielt, und als ein Phänomen der Alltagspraxis, das in der Selbst-, der Für- und der Weltsorge zum Ausdruck kommt. Als Existenzial des Daseins werden Geworfenheit, Entwurf und Verfallen bedeutsam, als Kategorie einer alltäglichen Praxis rücken die praktischen Entscheidungsmöglichkeiten in der Selbstsorge, das Besorgen des Zeugs in der Weltsorge und die Fürsorge für die Anderen in den Blick. Dabei stehen die alltäglich-pragmatischen Sorgedimensionen mit der existenzial verstandenen Sorge in einem Spannungsverhältnis. Mit Heideggers komplexer Phänomenologie der Sorge ergeben sich mindestens vier interessante Akzentuierungen einer Lebenskunst: eine Anthropologie, die Menschen als relationale Möglichkeitswesen versteht, eine philosophische Lebenshaltung, die die Not der Notlosigkeit wenden will, eine Sorge, die als Sorge um die Endlichkeit und den Tod ausbuchstabiert wird, und eine Kunst, die als Gewissen des Daseins fungieren kann.

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Die Sorge. Grundlegendes Existenzial und alltägliche Praxis

  • Jörg Zirfas

摘要

Die Sorge im Sinne Heideggers ist zweifach bestimmt, als ein Existenzial, das auf die Grundstruktur des Daseins zielt, und als ein Phänomen der Alltagspraxis, das in der Selbst-, der Für- und der Weltsorge zum Ausdruck kommt. Als Existenzial des Daseins werden Geworfenheit, Entwurf und Verfallen bedeutsam, als Kategorie einer alltäglichen Praxis rücken die praktischen Entscheidungsmöglichkeiten in der Selbstsorge, das Besorgen des Zeugs in der Weltsorge und die Fürsorge für die Anderen in den Blick. Dabei stehen die alltäglich-pragmatischen Sorgedimensionen mit der existenzial verstandenen Sorge in einem Spannungsverhältnis. Mit Heideggers komplexer Phänomenologie der Sorge ergeben sich mindestens vier interessante Akzentuierungen einer Lebenskunst: eine Anthropologie, die Menschen als relationale Möglichkeitswesen versteht, eine philosophische Lebenshaltung, die die Not der Notlosigkeit wenden will, eine Sorge, die als Sorge um die Endlichkeit und den Tod ausbuchstabiert wird, und eine Kunst, die als Gewissen des Daseins fungieren kann.