„Verdichtete Alltagserzählungen“. Erzählverhältnisse in Erzählgemeinschaften
摘要
Was kann die Erzähltheorie dem Alltagserzählen abgewinnen, das immer den Anschein des Beliebigen, Irrelevanten hat, und wie kann sie mit dem Problem umgehen, dass sich das mündliche Erzählen, das ja einen ganz wesentlichen Teil des Erzählens im Alltag ausmacht, dem analytischen Zugriff der Literaturwissenschaft als einer Textwissenschaft entzieht? Diesen Fragen will der Beitrag nachgehen und dabei einem Begriff Kontur verleihen, der sich für eine transformative Narrativforschung anbietet: Gesellschafts-, Regierungs- und Wirtschaftsformen lassen sich über die von ihnen etablierten „Erzählverhältnisse“ beobachten und kritisch kommentieren. Am Beispiel des Projekts „Liechtenstein erzählen“ wird eine Variante des narrativen Interviews vorgestellt, die sich zur systematischen Annäherung an Wirklichkeitserzählungen im Rahmen transdisziplinärer Forschung eignet.