Erich Auerbachs erzählte Alltage
摘要
Dieses Kapitel analysiert Erich Auerbachs Erforschung des Alltagslebens in seinem wegweisenden Werk Mimesis. Er geht aus von der Begriffsgeschichte des „Alltags“, der sich von einem bloßen Gegenstück zum Sonntag zu einem bedeutenden Thema in Literatur und Philosophie wandelt. Auerbach zeitgenössische soziologische sowie philosophische Perspektiven auf den Alltag als modernes Phänomen werden mit Auerbachs Tendenz kontrastiert, den Alltag in Antike und früher Neuzeit zu verorten. Die Bereiche des Alltäglichen, Räume, Berufe, Handlungen werden in unterschiedlichen Kapiteln des Buchs, so zeigt eine semantische Analyse, unterschiedlich stark gewichtet. Aus der „Tragödie des Alltags“ wird so im Lauf von Mimesis eine allgegenwärtigere „Ernsthaftigkeit des Lebens“, die insbesondere für die Wirklichkeitsdarstellung der modernen Literatur charakteristisch ist.