Möglichkeiten und Grenzen des „(Un)Gewöhnlichen“ im mündlichen persönlichen Erzählen
摘要
Der Beitrag widmet sich dem Thema Alltag in Form der mündlichen Erzählungen, die in unterschiedliche alltägliche Gesprächskontexte eingebettet sind: Spontane Erlebniserzählungen in beiläufigen und institutionellen Gesprächen, Krankheitserzählungen im Gespräch mit dem Arzt, Erzählungen über traumatische Erlebnisse in professionellen Kontexten. Speziell wird nach verschiedenen Ausprägungen des ‚Ungewöhnlichen‘ gefragt, das nach den meisten Konzepten des Erzählens unabdingbar ist für eine gelungene Erzählung. Der Beitrag lotet die erzählerischen Varianten zwischen potenziell nicht erzählwürdig, weil zu gewöhnlich, und potenziell nicht erzählbar, weil zu ungewöhnlich aus. Er zeigt dabei u.a., wie scheinbar triviale Ereignisse im Prozess des Erzählens für die Zwecke des Kontextes narrativ bedeutsam werden, welche Rolle die vorgebliche Unbeschreibbarkeit von einzigartigen Erlebnissen beim Erzählen spielt, und wie bei der sprachlichen Wiedergabe von Traumata das Erzählen scheitern kann.