Wetter, Klima, Katastrophen ab 1800 und ihre gesellschaftliche Kontextualisierung
摘要
Klima und Klimawandel in Mitteleuropa ab 1800 können durch überprüfbare und nachvollziehbare Messdaten objektiv abgebildet werden. Sie belegen untrüglich die spezifischen Charakteristika des mitteleuropäischen Temperatur- und Niederschlagsgangs, insbesondere die hohe Jahr-zu-Jahr-Veränderlichkeit, die mittelfristigen Schwankungen und den langfristigen Trend von der Kleinen Eiszeit über die zunehmende Erwärmung der modernen Warmzeit bis in die aktuelle Heißzeit. Die Zeit um 1800 war ein Kaltstart in der Kleinen Eiszeit, geprägt von den natürlichen Antriebskräften, insbesondere einem geringen solaren Forcing im Daltonminimum, verstärkt durch eine große Zahl von Vulkanausbrüchen. Der Kohlenstoffdioxidanteil in der Atmosphäre lag noch auf dem vorindustriellen Wert von. Die Alpengletscher waren weit vorgerückt, der Schnee blieb länger liegen, das phänologische Sommerhalbjahr und die Vegetationsperiode deutlich kürzer als heute. Kälte bestimmte das Leben, Holzmangel und Holznot waren in der damaligen regenerativen Energieversorgung Alltagserfahrungen. Ungünstige Witterungsverhältnisse wie lang anhaltende Winter und verregnete Sommer führten zu schlechten Ernten, Preissteigerungen und immer wieder Hunger.