Höhenrauch, Sommerhitze, Rekordwinter und Hochwasserkatastrophe 1783 und 1784
摘要
Die Schlaglichter auf die ereignisreiche Zeit zwischen Sommer 1783 und Frühjahr 1784 zeigen die spezifischen Wechselmechanismen agrarfeudaler Gesellschaften im aufgeklärten Absolutismus im Kontext einer außergewöhnlichen Sequenz extremer Klimaerscheinungen und Klimakatastrophen. Dabei tritt die eng getaktete Sequenz aus Höhenrauch, Sommerhitze, schneereichem Rekordwinter, Eisgang und dem dramatischen Katastrophenhochwasser in einer von natürlichen Forcings geprägten markanten Abkühlungsphase der Kleinen Eiszeit auf. Durch die vielfältigen Quellen kann das dezidierte Katastrophen- und Risikomanagement dieser Zeit erschlossen werden, das ein beeindruckendes Portfolio aus organisatorischen, technischen und fiskalischen Maßnahmen aufweist, in dem sich althergebrachte Vorstellungen mit dem aufkommenden neuen empirischen und rationalen Wissenschaftsverständnis verschneiden. Die Ereignisse geben Einsichten in die holzbasierte Energieversorgung und die „Holznot“ in strengen Wintern, in die existenziellen Anfälligkeiten, wenn kritische Infrastruktur wie Brücken, Kräne und Wehre oder Mühlen beim Eisgang zerstört werden und zu grundlegenden Problemen in der Ernährungssicherung und Energieversorgung führen.