Dieses so gegensätzliche und spannungsgeladene Jahrzehnt liegt thermisch mit 8,1 °C bereits sehr nahe am Niveau der Vergleichsperiode. Der Klimawandel manifestiert sich damit zunehmend im voranschreitenden Temperaturanstieg. Ein breites Spektrum von Extremen bringt nicht nur einmal Tod und Verderben. Einige dieser Extreme wirken sich in der labilen Zeit der Weimarer Republik in weiten Teilen der Gesellschaft verheerend aus. Im Hitzejahr 1921 sterben – ähnlich wie zehn Jahre zuvor – vor allem Säuglinge in den städtischen Agglomerationen, wobei sich neben den desolaten Wohnverhältnissen auch falsche Verhaltensmuster und Angewohnheiten auswirken. Die Anstrengungen zur Erschließung der Polargebiete halten an. Tragisch endet die Grönlandfahrt für Alfred Wegener, der am 16.11.1930 ums Leben kommt. Auch die „Eroberung des Himmels“ findet ihre Fortsetzung und manifestiert sich u.a. in der Einrichtung von Wetterflugstellen. Der Extremwinter 1928/1929 setzt der durch Reparationsleistungen, Massenarbeitslosigkeit, politische Unruhen und prekäre Lebenssituationen ohnehin schon unter Druck stehenden Gesellschaft stark zu. Zusammen mit der Weltwirtschaftskrise ergibt sich eine Multikritikalität, von der sich die Weimarer Republik nicht mehr erholen sollte.

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1921–1930: Temperaturen fast im Durchschnitt - neue Rekorde und Extreme

  • Rüdiger Glaser

摘要

Dieses so gegensätzliche und spannungsgeladene Jahrzehnt liegt thermisch mit 8,1 °C bereits sehr nahe am Niveau der Vergleichsperiode. Der Klimawandel manifestiert sich damit zunehmend im voranschreitenden Temperaturanstieg. Ein breites Spektrum von Extremen bringt nicht nur einmal Tod und Verderben. Einige dieser Extreme wirken sich in der labilen Zeit der Weimarer Republik in weiten Teilen der Gesellschaft verheerend aus. Im Hitzejahr 1921 sterben – ähnlich wie zehn Jahre zuvor – vor allem Säuglinge in den städtischen Agglomerationen, wobei sich neben den desolaten Wohnverhältnissen auch falsche Verhaltensmuster und Angewohnheiten auswirken. Die Anstrengungen zur Erschließung der Polargebiete halten an. Tragisch endet die Grönlandfahrt für Alfred Wegener, der am 16.11.1930 ums Leben kommt. Auch die „Eroberung des Himmels“ findet ihre Fortsetzung und manifestiert sich u.a. in der Einrichtung von Wetterflugstellen. Der Extremwinter 1928/1929 setzt der durch Reparationsleistungen, Massenarbeitslosigkeit, politische Unruhen und prekäre Lebenssituationen ohnehin schon unter Druck stehenden Gesellschaft stark zu. Zusammen mit der Weltwirtschaftskrise ergibt sich eine Multikritikalität, von der sich die Weimarer Republik nicht mehr erholen sollte.