1871–1880: Klima und Klimawandel im Kaiserreich zwischen nationaler Konstituierung, internationaler Kooperation und Kolonialismus
摘要
Klima und Klimawandel bleiben in dieser wieder etwas kühleren Dekade noch in dem bekannten Korridor der Kleinen Eiszeit. Akzente werden im neuen Kaiserreich mit der Gründung zentralstaatlicher Institutionen wie der Deutschen Seewarte in Hamburg gesetzt. Beim Ostseesturm von 1872 wird ganz bewusst an patriotische Sentiments appelliert. Zugleich kommt auch die internationale Kooperation voran. Persönlichkeiten wie Aßmann und van Bebber gewinnen durch ihre Forschungen neue Erkenntnisse, werden zu Protagonisten in den Institutionen, sind in Akademien und meteorologischen Organisationen gut vernetzt und fördern das Publikationswesen. Der Kolonialismus entfaltet seine Befrachtungen und zeigt seine unheilige Allianz aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen. Der Aufbau und der Transfer von Wissen und vor allem auch von klimatischen Kenntnissen spielt eine große Rolle. Klimawandel, Kaiserreich und Kolonialismus sind prägende Facetten dieser Zeit.