Spinnen, Netze. Arachnopoetiken zwischen Aldrovandi, Merian und Brockes
摘要
Nach einem kurzen Streifzug durch das naturkundliche und emblematische Netzgebiet des Arachnoiden (frühmodern noch Teil der Insektenkunde) von Ulisse Aldrovandi bis Maria Sibylla Merian kontrastieren die folgenden Ausführungen zwei Gedichte – das erste von Edward Taylor, das zweite von Barthold Heinrich Brockes –, die als exemplarisch für eine frühe Spinnenpoetik gelten können. In beiden Gedichten zeigt sich bei genauer Lektüre ein polyvalentes Bezugswerk, das sich aus einer Vielzahl architextuell verbundener Relationen zusammensetzt. Wenn diese frühmoderne Poetik des Arachnoiden als eine Spielart des „tentacular thinking“ (Haraway) aufgefasst werden kann, dann fraglos in einer unzeitgemäßen Form – einer Form allerdings, die von post-humanistischen Ansätzen nicht einfach überwunden wird, sondern umgekehrt diese auch herausfordert. Greifbar wird nicht nur ein arachnoides Anderes, sondern auch ein kulturelles Imaginäres, in dem die Begegnung mit dem Insektilen situiert bleibt.