Störungen und Sprünge. Nico Bleutges Fliegendichtung
摘要
Der Beitrag untersucht die Fliege als poetologisches Insekt in Essays des Gegenwartsdichters Nico Bleutge. Er zeigt, dass die Fliege im Band Drei Fliegen nicht nur auf der Ebene der Narration als Störungen verursachendes Insekt sowie Wissens- und Faszinationsobjekt präsent ist, sondern bildreiche Erzählungen über Fliegen zur Verhandlung produktions- und rezeptionsästhetischer Fragen sowie für das Gedicht selbst funktionalisiert werden. Darüber hinaus ist dem essayistischen Verfahren, die Fliege kaleidoskopartig wiederholt neu zu semantisieren, eine formsemantische Dimension eigen: Anhand der Fliege demonstriert Bleutge die Eigenschaft der Poesie, die Komplexität eines Gegenstandes in seiner Vielschichtigkeit auszustellen, der sich damit einer genauen Festschreibung entzieht. Damit konterkariert diese ‚Fliegendichtung‘ fixierte Wahrnehmungs- und Wissensordnungen.