Glitzernde Maschine. Der Tod einer Libelle in Hans Henny Jahnns Fluß ohne Ufer
摘要
Der Aufsatz untersucht die rabiat negative Darstellung der Insekten in Jahnns epischem Hauptwerk Fluß ohne Ufer, deren Beschreibung exemplarisch eine im Zeichen sinnlosen Leidens, des erbarmungslosen Fressens und Gefressen-Werdens stehende Schopenhauer-Welt evoziert. Darüber hinaus wird gezeigt, dass Jahnn die Insektenmotivik nutzt, um in der Niederschrift die von Paranoia und Todesgefahr geprägte homosexuelle Liebesbeziehung zwischen Gustav Anias Horn und Ajax von Uchri zu bebildern. Erst im posthum edierten Epilog löst sich die uralte Verkrampfung; in der nächsten Generation wird die Männerliebe aus dem verhängnisvollen Komplex von Schuld, Kriminalisierung und Tod befreit.