Dopplersonografie im Niedrigrisiko-Kollektiv
摘要
Die antenatale Plazentafunktion ist ein entscheidender Faktor für die ante- und perinatale Morbidität und Mortalität. Neben dem intrauterinen Fruchttod (IUFT) ist eine Plazentainsuffizienz häufig ursächlich für eine intrapartale fetale Hypoxie, die mit einem adversen perinatalen Outcome (APO) wie Asphyxie und/oder notfallmäßig operativer Entbindung assoziiert ist (Turner et al. 2020). Bis zu 60 % der Feten, die intrapartal ein Sauerstoffdefizit entwickeln, hatten pränatal keine offensichtlichen Risikofaktoren (Low et al. 2001). Dies gibt Grund zur Annahme, dass bei diesen Schwangerschaften bereits vor dem Einsetzen der Wehentätigkeit eine subklinische Plazentainsuffizienz vorliegt, die sich nicht „klassischerweise“ in einem auffälligen fetalen Wachstumsmuster äußert (Sherrell et al. 2018). Vor diesem Hintergrund erscheinen vielfach angestellte Überlegungen über den Nutzen der fetomaternalen Dopplersonografie im Niedrigrisiko-Kollektiv zur APO-Prädiktion und Prädiktion typischer Schwangerschaftskomplikationen wie der Präeklampsie (PE) plausibel und notwendig, wobei ein wesentlicher Stolperstein hierbei die konkrete Definition eines „Niedrigrisiko-Kollektivs“ ist. Im Folgenden soll auf die Definition des „Niedrigrisiko-Kollektivs“, Indikationen für die Dopplersonografie in demselben sowie die aktuelle Evidenz zum Einsatz der Dopplersonografie im Niedrigrisiko-Kollektiv näher eingegangen werden.