Ökologische Nachhaltigkeit im Stadion und Spieltagsbetrieb: eine Systematik zur Integration internationaler Nachhaltigkeitskonzepte
摘要
Der nationale und internationale Profifußball durchlebt seit Jahren eine progressive wirtschaftliche Entwicklung. Damit gehen jedoch auch eine erhöhte gesellschaftliche Verantwortung und ökologische Verpflichtung einher. Beachtet man etwa, dass allein in der deutschen Bundesliga pro Spieltag rund 7750 Tonnen Kohlenstoffdioxid produziert werden, werden die Tragweite und die Bedeutung des Profifußballs im ökologischen Bereich deutlich. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, orientiert sich der nationale und internationale Profifußball an bestehenden Nachhaltigkeitskonzepten und Ansätzen aus Politik und Wirtschaft, wie etwa den Zielen der Vereinten Nationen. Nationale und internationale Ziele und Strategien finden sich in unterschiedlichem Maße entweder in eigens formulierten Konzepten der Fußballverbände und Vereine oder projektbezogen im Kontext der Ausrichtung großer Fußballsportveranstaltungen wieder. Dabei werden auch Ansätze aus Wirtschaft und Politik vermehrt adaptiert, z. B. durch die Formulierung eigener Nachhaltigkeitsberichte oder die Zertifizierung der eigenen Aktivitäten oder Stadien durch objektive und seriöse Bewertungssysteme und Nachhaltigkeitsstandards. Die Vielzahl der unterschiedlichen Zertifikate und der zugrunde liegenden Bewertungskriterien kann zu einer Verzerrung des tatsächlichen ökologischen Wertes nachhaltiger Aktivitäten führen, woraus sich das Interesse an einer objektiven und transparenten Systematisierung in ein allgemeingültiges Konzept zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit im Profifußball ableiten lässt. Um einen Zugang zur ökologischen Nachhaltigkeit zu erlangen, identifiziert der vorliegende Beitrag zunächst notwendige allgemeine und spezifische Nachhaltigkeitsziele aus der Politik, der Gesellschaft und dem Fußball, die als Grundlage für eine systematische Betrachtung der ökologischen Nachhaltigkeit im Stadion und im Spieltagsbetrieb dienen.