Allokation knapper medizinischer Ressourcen aus utilitaristischer Sicht
摘要
John Stuart Mill behauptet im Gerechtigkeitskapitel von Utilitarianism die Eignung des Nützlichkeitsprinzips als gemeinsamer Nenner der verschiedenen miteinander unvereinbaren ‚regionalen‘ Prinzipien von Verteilungsgerechtigkeit. Der Beitrag prüft diese These für das Problem der ‚gerechten‘ Allokation knapper Ressourcen im Gesundheitsbereich und konfrontiert das utilitaristische Kriterium der Optimierung des Verhältnisses von Nutzen und Kosten mit den seit längerem von Moral und Recht etablierten Prinzipien der Chancen- und der näherungsweisen Resultatgleichheit. Der Beitrag argumentiert, dass die offenkundigen Konflikte zwischen beiden auf der Ebene der Praxis dadurch, wenn nicht aufgelöst, so doch abgemildert werden, dass aus utilitaristischer Sicht auch die psychologischen Kosten einer möglichen direkten Anwendung des utilitaristischen Kriteriums, vor allem im Zusammenhang mit wahrgenommener Diskriminierung, in Rechnung gestellt werden müssen.