Notfallmedizin
摘要
Präklinisch ist POCT in Deutschland bislang vor allem auf die Blutzuckermessung beschränkt; Blutgasanalysen (BGA) sind primär im Sekundärtransport etabliert, jedoch von EN 1789 nicht gefordert. Das notärztliche Vorgehen folgt dem cABCDE-Schema mit standardisiertem Monitoring. Gerade hier können ausgewählte POCT-Verfahren diagnostische Lücken schließen und die frühe Therapie steuern – ohne den Transport zu verzögern. Evidente Einsatzfelder sind die Versorgung nach Return of Spontaneous Circulation (ROSC) bzw. unter Reanimation mit arterieller BGA zur Kontrolle von Oxygenierung, Ventilation und Hämodynamik; die respiratorische Insuffizienz (z. B. Exazerbation der COPD); die Traumaversorgung mit Laktat- und Hämoglobinbestimmung zur Schockbeurteilung; sowie Intoxikationen, in denen COHb/ Met-Hb präklinisch richtungsweisend sind. Beim akuten Koronarsyndrom ist Troponin-POCT aufgrund heterogener Assays und begrenzter Rule-out-Leistung derzeit noch nachrangig; Laborverfahren bleiben Standard. In der Notaufnahme strukturieren DIVI und DGKL die Dringlichkeit über Turnaround-Zeiten (≤ 15 Min., ≤ 60 Min., ≤ 4 Std.) und leiten daraus die POCT-Notwendigkeit ab. Notfall-1-Parameter wie BGA, Laktat, Elektrolyte und Hämoglobin sollten innerhalb von 15 Minuten vorliegen; weitere Akutparameter richten sich nach Setting, Prozesszielen und Verfügbarkeit eines Zentrallabors. Die Einführung einzelner Tests folgt dem Prinzip: klinischer Nutzen, prozessuale Relevanz und verlässlich erreichbare TAT – stets in enger Abstimmung mit dem Zentrallabor. Für die Umsetzung sind Qualitätssicherung nach Rili-BÄK, regelmäßige interne/externe Kontrollen, geschulte Anwender mit Berechtigungskonzept sowie die IT-Integration in LIS/KIS Voraussetzung. Pädiatrisch verdienen Präanalytik und schonende Probengewinnung besondere Beachtung, um Artefakte zu vermeiden. Insgesamt spricht vieles für eine selektive, indikationsbezogene Ausweitung prähospitaler und klinischer POCT – fokussiert auf ärztlich besetzte Rettungsmittel und den Schockraum. Ob und in welchem Ausmaß dadurch Outcomes verbessert und medicolegale Fragen positiv beeinflusst werden, sollte fortlaufend überwacht werden. Im Rahmen der Notfallversorgung erfolgt die Erstbehandlung von akut erkrankten/verletzten Personen mit oder ohne gestörte Vitalfunktionen am Einsatzort durch Notärzte in Kooperation mit dem nichtärztlichen Rettungsfachpersonal. Die Aufgaben der Notärzte umfassen die Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen, die Vermeidung oder Behandlung von Folgeschäden sowie die Sicherstellung der Transportfähigkeit der Patienten und den Transport in die nächstgelegene und geeignete Versorgungseinrichtung [1]. Die Überwachung und Therapie von Patienten mit gestörten Vitalfunktionen erfolgen kontinuierlich während des Transports durch die Notärzte [2].