Barocke Konfrontation von Welt, Kunst und Zeit bei Kerstin Preiwuß, Martina Hefter und Pia Birkel
摘要
Ausgangspunkt des Beitrags ist die Auseinandersetzung der Gegenwartslyrikerinnen Pia Birkel, Martina Hefter und Kerstin Preiwuß anlässlich einer Lesung im Leipziger Literaturhaus mit dem thematischen Schwerpunkt barocke Lyrik und insbesondere derjenigen Paul Flemings. Obwohl es sich um eine nachträgliche Beschäftigung mit dem Barock als Epoche handelte, in deren Zusammenhang die Lyrikerinnen das eigene Schreiben neu evaluieren sollten, zeigt sich in ihren ausgewählten Texten bereits, dass sie Elemente, Motive, Strukturen und zeitreflexive Verfahrensoptionen eingebunden haben, die Barockes enthalten. Im Fall Martina Hefters ist es die Gesamtanlage des Gedichtbands, die in einen barocken Zusammenhang gestellt werden kann, während die beiden anderen Autorinnen anhand der jeweils gewählten Textanordnung untersucht werden. Vanitasmotive, Zeitwahrnehmung und Weltverständnis spielen eine zentrale Rolle und werden vor dem Hintergrund der inter artes-Konzeption interpretiert. Gerade im Wissen darüber, dass es eine Lesung gab, in der eine explizite Auseinandersetzung mit barockem Material stattfand, lässt das Wechselverhältnis von Vergangenem und Gegenwärtigem, aber auch von Tradition und innovativer Produktion in einer weiteren Perspektive, einer sowohl auf Rezeptionserfahrung als auch situationsgebundener Performanz, hin erscheinen.