Das Auffinden submariner Hydrothermalquellen und assoziierter Ökosysteme in der lichtlosen Tiefe des Ozeans Ende der 1970er-Jahre war eine der spektakulärsten Entdeckungen der jüngeren Zeit im Bereich der Geo- und der Biowissenschaften. Die Chronologie der Entdeckung submariner Hydrothermalquellen im Bereich des Galapagos Rückens im östlichen äquatorialen Pazifik liest sich spannend wie ein Krimi und gleicht der Beschreibung der Entdeckung einer neuen Welt: die Existenz einer artenreichen Lebensgemeinschaft in der dunklen Tiefe des Ozeans, basierend auf einer zunächst vollkommen unbekannten Nahrungsgrundlage. Kurz darauf folgte die erste Entdeckung heißer hydrothermaler Ventsysteme mit den sog. Schwarzen Rauchern am Ostpazifischen Rücken. Nationale und internationale Forschungsfahrten unter Nutzung modernster Meerestechnik sowie geophysikalische Messungen und geochemische Untersuchungen der ozeanischen Wassersäule führten seither zur Entdeckung zahlreicher aktiver und inaktiver Hydrothermalsysteme entlang des ca. 60.000 km langen Systems mittelozeanischer Rücken sowie der ca. 7000 km langen intraozeanischen Subduktionszonen und Back-Arc-Becken. Empirische Befunde an hydrothermalen Fluiden und polymetallischen Präzipitaten, Ergebnisse geochemischer Experimente sowie die mikro- und makrobiologischen Untersuchungen der vergangenen gut 45 Jahre begründen unser heutiges Verständnis dieser submarinen Hydrothermalsysteme als extremen Lebensraum und wirtschaftlich interessante Polymetallsulfid-Lagerstätte zugleich.

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Submariner Hydrothermalismus – extremer Lebensraum und Lagerstätte zugleich

  • Harald Strauß

摘要

Das Auffinden submariner Hydrothermalquellen und assoziierter Ökosysteme in der lichtlosen Tiefe des Ozeans Ende der 1970er-Jahre war eine der spektakulärsten Entdeckungen der jüngeren Zeit im Bereich der Geo- und der Biowissenschaften. Die Chronologie der Entdeckung submariner Hydrothermalquellen im Bereich des Galapagos Rückens im östlichen äquatorialen Pazifik liest sich spannend wie ein Krimi und gleicht der Beschreibung der Entdeckung einer neuen Welt: die Existenz einer artenreichen Lebensgemeinschaft in der dunklen Tiefe des Ozeans, basierend auf einer zunächst vollkommen unbekannten Nahrungsgrundlage. Kurz darauf folgte die erste Entdeckung heißer hydrothermaler Ventsysteme mit den sog. Schwarzen Rauchern am Ostpazifischen Rücken. Nationale und internationale Forschungsfahrten unter Nutzung modernster Meerestechnik sowie geophysikalische Messungen und geochemische Untersuchungen der ozeanischen Wassersäule führten seither zur Entdeckung zahlreicher aktiver und inaktiver Hydrothermalsysteme entlang des ca. 60.000 km langen Systems mittelozeanischer Rücken sowie der ca. 7000 km langen intraozeanischen Subduktionszonen und Back-Arc-Becken. Empirische Befunde an hydrothermalen Fluiden und polymetallischen Präzipitaten, Ergebnisse geochemischer Experimente sowie die mikro- und makrobiologischen Untersuchungen der vergangenen gut 45 Jahre begründen unser heutiges Verständnis dieser submarinen Hydrothermalsysteme als extremen Lebensraum und wirtschaftlich interessante Polymetallsulfid-Lagerstätte zugleich.