Tinnitus
摘要
Plötzlich zischt, brummt, pfeift oder klingelt es im Ohr. Ein Phänomen, welches auch Pflegekräften bekannt vorkommen dürfte und das – oft verbunden mit der erfolglosen Suche nach einer externen Schallquelle – nach kurzer Zeit zumeist von selbst wieder verschwindet. Anders bei Tinnitus. Der medizinische Fachbegriff bezeichnet Ohrgeräusche, die subjektiv empfunden oder objektivierbar über einen längeren Zeitraum bestehen und als Symptom einer gestörten Hörwahrnehmung beschrieben werden, wobei Tinnitus auch mit oder als Vorbote einer Hörschädigung in Erscheinung tritt. Tinnitus (lat. „tinire“: klingeln, klimpern oder schellen) kann unabhängig vom Lebensalter, ein- oder beidseitig, akut oder chronisch (länger als drei Monate) mit oder ohne Hörverlust und auch bei gehörlosen, schwerhörigen und ertaubten Menschen auftreten. Obwohl die gemessene Lautstärke der Ohrgeräusche zumeist nur 5–10 dB über der Hörschwelle liegt und damit vergleichsweise gering ist, empfinden betroffene Menschen die Lautheit „ihrer“ Ohrgeräusche individuell verschieden, sprich: von leise und wenig störend bis hin zu extrem laut und stark belastend, die Lebensqualität einschließlich das Sprachverständnis beeinträchtigend. Bei einer Vielzahl von Betroffenen besteht zusätzlich eine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis), die – wie der Tinnitus selbst – im pflegerischen Alltag noch weit weniger Beachtung erfährt als Hörschädigungen. Tinnitus bezeichnet ein komplexes, noch nicht gänzlich erforschtes Geschehen, das in unterschiedliche Formen und Schweregrade unterteilt zunehmend mehr Menschen heimsucht und hier – mit dem Ziel, Pflegefachkräfte für die Problematik zu sensibilisieren – zumindest ansatzweise aufgezeigt wird.