In Pflegekursen kaum thematisiert: Hörschädigungen und ihre Folgen
摘要
Ende des Jahres 2023 waren knapp 5,7 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (§ 14 und §15 SGB XI), wovon mit 4,9 Mio. die überwiegende Anzahl der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt wurde (Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2024). Um unter anderem pflegenden An-/Zugehörigen die „ …Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern und ihrer Entstehung vorzubeugen …“, sind Pflegekassen seit 1994 gesetzlich verpflichtet, unentgeltlich Pflegekurse durchzuführen. Anfänglich eher zögerlich genutzt, erfreuen sich die heute von zahlreichen Institutionen angebotenen Pflegekurse mit ihren vielfältigen Informationen zu unterschiedlichen Themenbereichen eines regen Zuspruchs. So weit, so gut, wäre da nicht die Tatsache, dass Hörschädigungen sowie die unter anderem damit einhergehende Kommunikationsproblematik zum Leidwesen nicht weniger An-/Zugehöriger in Pflegekursen selten bis keine Berücksichtigung finden. Verwunderlich, denn: Legt man einerseits zugrunde, dass 78 % der zuvor genannten 5,7 Mio. pflegebedürftigen Menschen 65 Jahre und älter waren, und bedenkt man andererseits die bekanntermaßen hohe Prävalenz von Hörschädigungen, vor allem Schwerhörigkeiten, in diesem Altersspektrum, muss folglich ein nicht unerheblicher Teil dieser pflegebedürftigen Klientel zusätzlich unter anderem unter einer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit leiden. Die nachfolgenden Ausführungen betrachten zu Beginn die mit einer Hörbeeinträchtigung der Pflegebedürftigen verbundenen häufigsten Probleme pflegender An-/Zugehöriger und erörtern anschließend das Kursprogramm „Familiale Pflege“ sowie die Einbindung der Thematik Hörschädigungen in Pflegekurse am Beispiel „Familiale Pflege“.